Album

Samson & Delilah

V V Brown - Samson & Delilah

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Schwarz auf weiß

Vanessa Brown ist erst 30 Jahre alt und hat doch schon einen bemerkenswerten Weg zurück gelegt. Jetzt veröffentlichte sie unter ihrem Pseudonym V V Brown ein neues Album, das mehr Fragen aufwirft als Antworten zu geben.

V V Brown stammt aus Northampton und studierte bereits in jungen Jahren Klassik und Jazz. Sie bekam mehrere Angebote, darunter vom Management von Bob Marley, entschied sich dann aber für P.Diddys Label Bad Boy Records. Doch zunächst passierte das, was bei vielen jungen Künstlern passiert: nichts. Eine Single hier, eine Promo EP dort. Statt den großen Durchbruch als Künstlerin zu feiern, schrieb sie Songs für die Pussycat Dolls oder die Sugababes. Schließlich tingelte sie mit ihren eigenen Songs durch die Londoner Clubs und konnte sich mit ihrem Album "Travelling Like The Light" endlich durchsetzen und 2009 in England, Frankreich und den USA die Charts entern.

Den Release ihres darauf folgendes Albums "Lollipops & Politics" verschob sie 2011 nach Querelen mit ihrer Plattenfirma mehrfach und zog es schließlich wieder zurück, da es sich aus künstlerischer Sicht "nicht mehr richtig" anfühle, wie sie auf Facebook schrieb.

VV Brown - Samson

Nun hat V V Brown stattdessen "Samson & Delilah" auf eigene Faust auf ihrem eigenen Indielabel veröffentlicht und einen musikalischen Neuanfang gestartet. Ein Album, das einen gleichermaßen ratlos und beeindruckt zurück lässt. Zwar sind Sound und Athmosphäre des Albums durchweg dunkel gehalten, doch die Refrains ihrer Songs sind Popmusik in Reinform, eingängig und auf Anhieb erinnerbar.

Was man beim Hören ihrer Musik kaum noch vermutet ist, dass man es mit einer schwarzen Sängerin zu tun hat. Die Retro-Soul-Einflüsse, die noch den Sound ihres ersten Album bestimmten, lässt sie diesmal komplett außen vor. Die Einflüsse auf "Samson & Delilah" reichen von Oper über frühe Wave-Bands wie Cocteau Twins und Dead Can Dance bis hin zu zeitgenössischen Popkünstlern wie Björk oder Grace Jones. Am Ende weiß man nicht, in welche Schublade man V V Brown nun eigentlich stecken soll, aber genau das macht diese eigenwillige Künstlerin spannend.

Tourdaten:

30.11 - DE - Heidelberg, Pret A Acouter @ Karlstorbahnhof
03.12 - DE - Cologne - Studio 672
04.12 - DE - Hamburg - Prinzenbar
05.12 - DE - Berlin - Certain People @ Berghain with Ghostpoet
07.12 - AT - Vienna - B72
08.12 - CH - Zurich - Papiersaal

V V Brown - The Apple (live at Later... with Jools Holland)

Download & Stream: 

Ähnliche Künstler