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Crushing Digits

Veto - Crushing Digits

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Für die dunkle Disko

Das Debüt klang so, als hätten sich die Dänen damals nicht richtig entscheiden können: Indie-Rock oder Synthie-Geballer? Analog oder digital – was ist wirklich besser? Nun haben Veto sich entschieden.

Aus Aarhus kommen diese fünf eher unscheinbaren Herren, die mit ihrem Erstling die Musikgeister zu scheiden wussten. Daheim gefeiert, aber hierzulande nicht selten als nervenaufreibende Mischung aus Rock und Elektronik aufgenommen. Zwischen den Stühlen positionierte sich das Debüt „There’s A Beat In All Machines“, erinnerte es doch an Bands wie Radiohead, Kashmir oder Elbow, aber im nächsten Atemzug auch an Justice, Digitalism oder Goose.

Mit „Crushing Digits“ machen die Dänen Schluss mit allen Zwiespältigkeiten. Gitarre, Rock und Indiegesäusel sind passé und außen vor. Das natürliche Schlagzeug verwebt sich mit elektronischen Beats, die analogen Synthis korpulieren mit ihren digitalen Kontrahenten. Bei Veto 2.0 trifft Ungestümes Geballer auf kalkuliert Programmiertes, das in der dunkelsten Diskoecke zum Tanze zwingt. Die Dänen spielen mit Extremen, lehnen sich weit hinaus, bis hin zur klinischen Eiseskälte und zur synthetischen Überdosis, wo alles zerberstet.

Ob ihre Entwicklung eine gute ist, wird man erst nach diversen Hördurchlaufen genauer sagen können. Ähnlich lang hat es schließlich auch beim Debüt gedauert, bis man die Größe und Vielseitigkeit dieser Band erkannt hatte, bis man Veto rauf und runter hörte.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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