Waxahatchee

Waxahatchee

Katie Crutchfield schuf sich über Jahre hinweg ihr Alter Ego Waxahatchee. Das ist wiederum eine konsequente Folge ihres beschrittenen Lebensweges und der Erfahrungen, die die Person dahinter gemacht hat.

Musikalisch sozialisiert wurde Katie Crutchfield in der Metalszene von Wisconsin. Und das ist gelinde gesagt ein schwerer Stand, den man da als Frau stellenweise hat. Das, gepaart mit den üblichen Problemen, die eine Heranwachsende Jugendliche halt so mit sich bringt, kanalisierte sie in Sleater-Kinney-mäßigen Lofi-Schrammelrock. Ihr Alter Ego Waxahatchee wuchs von Album zu Album, bildete sich mehr und mehr heraus. 

Spätestens mit dem gerade veröffentlichten Album Nummer vier "Out In The Storm" hat sich Katie Crutchfield aka Waxahatchee jetzt endgültig gefunden. Aus den vielen kleinen, teils nur zweiminütigen Kurzgeschichten von damals werden dichte, verwobene Songkonstruktionen, reflektiert sinniert sie zudem über die zurückliegenden Jahre, mag todtraurige Popsongs noch immer so wie früher, steht gern früh auf und behielt sich zum Glück den sympathischen DIY-Charme in ihren Songs.

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Album

Waxahatchee - Out In The Storm

Waxahatchee - Out In The Storm

Redaktionswertung: 
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"Out In The Storm" ist das Ende einer Reise. Und der Beginn einer Neuen. Katie Crutchfield perfektioniert mit viel Liebe zum Detail ihren eigenen Soundentwurf, braucht dafür aber Hilfe von außen.

Es ist ein Novum: Katie Crutchfield ist gern jemand, die alles gut im Griff haben will. Auf den letzten drei Platten machte sie bis auf das Mastering fast alles selbst. Dass Fortschritt aber vor allem durch Außeneinwirkung zustande kommt, weiß auch Katie Crutchfield. Also sprang sie über ihren eigenen Schatten und holte sich als Produzenten zum ersten Mal jemanden von außerhalb und schuf so das dichteste, konsequenteste und wohlmöglich auch beste Waxahatchee-Album bislang.

John Agnello ist die Wunderwaffe, die den angenehm schrägen, immer sehr stripped down-mäßigen Waxahatchee-Sound ein bisschen aufpimpt. Im Hintergrund von Songs wie "Brass Beam" oder "Never Been Wrong" passiert eine ganze Menge. Das Maß macht hier aber die Musik: Es ist nie so viel, dass sich das akustische Element, das Rohe, das Unverfälschte in diesem Drumherum verlieren würde.

Im Gegenteil: Die Produktion schafft eine Atmosphäre, die eher unterstützt statt in irgendeiner Form fremdartig zu wirken. Auch nostalgieversessene Uraltfans können sich mit diesem neuen Aspekt gut anfreunden, zumal die Aussagen durch die Untermalung an Dringlichkeit gewinnen.

Auf "Out In The Storm" sammelt Katie Crutchfield all jene Statements, die sie ihrem Gegenüber liebend gern ins Gesicht geschmettert hätte, ihr aber in dem Moment nicht einfallen wollten. Wer kennt das nicht! Und arbeitet auf diesem Weg, wie schon auf ihrem Debütalbum, eine gescheiterte Beziehung auf. Das große Thema ist die Liebe. Die gescheiterte Liebe. Vor allem aber auch, was sich daraus lernen lässt.

Denn auch wenn sich Waxahatchee vom soundästhetischen Standpunkt her mit Album Nummer vier gefunden hat, auch einer Katie Crutchfield bleiben Enttäuschungen nicht erspart. Sie macht aber einfach große, 90er-angehauchte Indie-Slacker-Hymnen draus. Gott sei Dank!

"Out In The Storm" erscheint am 14.07.2017 über Merge Records.

Verlosung
Wir verlosen zwei Vinylexemplare von "Out In The Storm". Schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Wirbelwind" (Kategorie: Verlosungen). Wir benachrichtigen die Gewinner via Mail. Einsendeschluss ist der 23.07.2017.

Alben

Cerulean Salt

Waxahatchee - Cerulean Salt

Artist: 
Redaktionswertung: 
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herausragend
Treffer ins Herz
Hinter Waxahatchee verbirgt sich die Singer/Songwritern Katie Crutchfield, die mit "Cerulean Salt" ihr zweites Soloalbum veröffentlicht. Darauf verbreitet sie auf ganz fantastische Art und Weise den Charme der 90er Jahre und trifft mit ihrer Mischung aus Indie, Emo, Grunge und Lo-Fi direkt ins Herz.

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