Macbeth

William Shakespeare - Macbeth

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Nicht umsonst nehmen Schauspieler den Titel "Macbeth" nicht in den Mund. Hinter vorgehaltener Hand spricht man nur vom "schottischen" Stück. Denn "Macbeth" ist so grausam, daß es unter Theaterleuten als verflucht gilt.

Eine bessere Vorleserin als Katharina Thalbach, die sich selbst in ihren, als Brief an den Übersetzer Thomas Brasch verfaßten, Linernotes als "kleine dunkle Dame" tituliert, kann man dafür nicht finden. Im schottischen Stück wimmelt es nur von Sturm und Nebel, Hexen, die böse Prophezeiungen ausstoßen, Mordlust, Gier und Verrat. Über allem thront in dieser Orgie aus Unheil und Dunkelheit Lady Macbeth, die perfide den Ehrgeiz ihres Mannes, des königlichen Feldherren, immer weiter anstachelt. Königsmord und Kindermord sind die Folge. Unser Ausschnitt, die letzte Szene des ersten Aktes, beinhaltet einen der Höhepunkte des ganzen Stückes: Macbeth ist hin- und hergerissen zwischen Treue und Verrat, Lady Macbeth motiviert ihn mit einer Mischung aus Verachtung und Verheißung zum Königsmord. Die gewählten Worte lassen einen spüren, daß für diese düsterste Frauengestalt der Theaterliteratur nichts so sexy ist, wie ein Mann, der mordet, weil sie es so will.

Katharina Thalbach ist gebürtige Berlinerin. Seit je her hat die Schauspielerin und Regisseurin ein Faible für abgründige Frauengestalten, für deren Darstellung ihre körperliche Erscheinung und ihre Stimme prädestiniert sind. Derzeit inszeniert sie mit Strauss` Salome an der Kölner Oper wieder eine "Königin der Dunkelheit".
2 CDs, 156 Minuten

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