Romeo und Julia

William Shakespeare - Romeo und Julia

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Für immer das größte aller Liebesdramen
Ein blutjunges Paar tut das Undenkbare und tut es radikal. Noch immer kann "Romeo und Julia" eine Sogwirkung der Rebellion und des Idealismus entfalten, die ebenso fesselt wie James Deans größte Szenen. Die Liebe triumphiert über alles!

Eltern, Zwänge, Moral, Regeln, Familie - sie alle können eben doch geschlagen werden, wenn man nur radikal genug ist. Das exerziert "Romeo und Julia" durch, einmal unausweichlich von Alpha bis Omega, vom ersten Augen-Blick bis zum Ende der beiden Verliebten. Dieses Ende ist zwar letztlich ein tragischer Irrtum, aber die Bereitschaft der beiden Teenager, bis zum letzten zu gehen, "auf-unsere-Art-oder-gar-nicht" durchzuziehen, das ist der Treibstoff und das Dynamit, welches in diesem Stück immer wieder aufs Neue zündet.

Romeo und Julia sind 17 und 14, es ist Liebe auf den ersten Blick. Da die Familien der beiden, die Montagues und Capulets, in tödlicher Feindschaft leben und sich bis aufs Blut bekämpfen heiraten Romeo und Julia, für die vom ersten Moment an keine Konvention und keine Autorität zählt, sondern nur ihre bedingungslose Leidenschaft füreinander, heimlich. Als Julias Vater einen Bräutigam für sie wählt, der ihm wirtschaftliche Vorteile verschaffen würde und Romeo nach einem tödlichen Streit aus Verona verbannt wird nimmt das Drama seinen Lauf. Julia wird ohne ihn nicht leben...

Die berühmte Sache mit der Nachtigall und Julias Konfrontation mit den verheiratungswütigen Eltern am darauffolgenden Morgen kann man sich im Hörbeispiel neu und aufregend zu Gemüte führen, denn Katharina Thalbach spricht "Romeo und Julia" als One-Woman-Show und als tour de force.

In der betont modernen und naturalistischen Übersetzung des frühverstorbenen Berliner Dramatikers Thomas Brasch muß sie zudem einen Weg der Darbietung suchen, der sowohl der von Brasch betonten Beschränktheit aller Protagonisten, auch der Hauptfiguren, als auch der titanischen Symbolkraft des Aufbegehrens gegen Angepassung und Establishment gerecht wird. Ein Ritt auf dem Hochseil fürwahr, in dessen Verlauf die Thalbach ihr ganzes Talent in die Waagschale wirft. Für jede Figur findet sie eine eigene Stimme, sie zischt, sie raunt, säuselt und poltert und stemmt die ganze Tragödie allein.

So viele Bücher gibt es nicht, die jeder einmal im Leben gelesen - oder gehört - haben sollte. Dies ist eines davon.

Ungekürzte Lesung
3 CDs, ca. 184 Minuten

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