Fifteen

The Winnebago Orchestra - Fifteen

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Britisches Geschlängel
Britisch kühl, herbstlich und mit einem späten 80er-Einschlag. Ein Trio aus England, das nicht orchestral daherkommt sondern langsam und listig umschlängelt.

The Winnebago Orchestra wurde 2000 als Duo von Instrumenten- allrounder Spencer Roberts und Sänger Andy Davies gegründet. Mittlerweile sind sie ein Trio, denn Caroline Trettine, die weitere Vocals, Backing Vocals und das „Pfeifen“ übernimmt, ist in dieses vermeintliche Orchester eingetreten. Orchestral im herkömmlichen Sinne klingt „Fifteen“ aber ganz sicher nicht. Viel eher ist es zart, folkig und leicht geschichtet. Englischer Indiepop beschreibt vermutlich am treffendsten, was es hier zu hören gibt. Und im Zuge dessen kann auch der gemeinsame Nenner der Talking Heads, Lou Reed, Calexico und The Go-Betweens ausgemacht werden: The Winnebago Orchestra. Manchmal wünscht man sich den Pepp und Schwung sehnlichst herbei, dann stehen plötzlich beide in der Tür und bringen Abwechslung ins Haus. Folk, Beatpop, Blues und Indierock ergeben eine Mixtur, die den Hörer einerseits etwas im luftleeren Raum hängen läßt, andererseits für stilistische Offenheit und Weitsicht plädiert. Eine breit gefächerte Instrumentenauswahl macht dieses Album zu einem nicht sofort aufgehenden, sondern Aufmerksamkeit einfordernden Ganzen, das sich heranschleicht und langsam umschlängelt. Speziell das dieses 15 Stück starke Album abrundende „Love’s History“, das monoton bewegende „The Sky Aches“ oder das hier zu hörende „Actors Studio“ lassen dies beim ersten Hören bereits erahnen. (bb)
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