Album

Conversations

Woman's Hour - Conversations

Redaktionswertung: 
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Kunstvolle Einsamkeit

Woman's Hour wirken wie das Projekt von vier Kunststudenten - ein bisschen verkopft, sehr spröde und konstruiert. Aber unter der gestalteten Oberfläche verbergen sich zärtliche Pop-Songs über Einsamkeit und die Unfähigkeit zu lieben.

Für Woman's Hour ist Musik ein Kunstwerk, das nicht mit der Veröffentlichung eines Albums endet. Gemeinsam mit den beiden Künstlern Oliver Chanarin und Adam Broomberg inszenieren sie sich mit Vorliebe in Schwarz und Weiß. Dadurch erscheinen einem „Woman's Hour“ im ersten Moment als unterkühlt und zu diesem Eindruck passt, dass sie ihre Songs zunächst alle nach Radiosendungen der BBC benannt hatten. Davon ist am Ende nur ihr Bandname übrig geblieben.

Woman's Hour - Conversations (Single-Stream)

Ihre Songs streifen mit jedem Durchgang eine weitere Hülle ab. Heraus schält sich zutiefst menschliches, strahlen ihre Songs plötzlich Wärme und Zärtlichkeit aus, wo eben noch Coolness den Ton angab. „Our Love Has No Rhythm“ ist der offensichtlichste dieser Hits auf den zweiten Blick, von denen „Conversations“ einige zu bieten hat. Manchmal sind Woman's Hour dabei auf der Spur von The xx, dann orientieren sie sich am schwülen Pop von Sade.

Bei allem Kalkül und der Denkarbeit, die hinter „Conversations“ steckt, ist dieses Album viel zugänglicher und nahbarer, als die Inszenierung weiß machen soll. Denn sieht man sich das Video zu „Our Love Has No Rhythm“ genauer an, vermittelt es vor allem eins: Einsamkeit! Am Ende ergibt der gestalterische Überbau also doch Sinn, als Schutz vor der eigenen Verletzbarkeit.

Tourdaten:

21.10.2014 Hamburg, Molotwo
22.10.2014 Berlin, Berghain Kantine

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