Zweite Luft

Yachten - Zweite Luft

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Norddeutscher Postpunk zwischen Turbostaat und Captain Planet, gespielt von einer Band, die sich mit ihrem Debüt für mehr als nur die kleinen Clubs empfiehlt.

Yachten aus Hamburg haben sich erst vor drei Jahren gegründet und 2013 eine gemeinsame Split-Seven-Inch mit ihren Genre-Freunden Eklat veröffentlicht. "Zweite Luft" markiert nun das Debütalbum der jungen Nordlichter, auf dem sie intelligenten deutschsprachigen Postpunk liefern.

In Songs wie "Berg", "Atlas" oder "California Grau" operiert die Band mit stürmischen, angezerrten Gitarren und Fabian Piepers eindringlichem Gesang. Die Atmosphäre ist elegisch und schwermütig, Zeilen wie "Versunken, verbraucht, verlebt und doch vertraut/ Und die Decke kommt näher” hauchen von Einsamkeit und erzeugen beklemmende Stimmungsbilder von Rastlosigkeit und Verlusten. Große Momente gibt es hier nicht, stattdessen regieren Nervosität und Aufgewühltheit auf dem Album. 

Video: Yachten - "Atlas"

Yachten haben ein gutes Händchen für Melodie und Dynamik. Im Zusammenspiel mit Piepers dringlichen und durchdachten, aber niemals verkopften Texten, ist "Zweite Lust" ein anspruchsvolles Postpunk-Album mit Herz und Verstand. "Wir werden dich nicht vergessen", brüllt Pieper im treibenden "Kantensicht". Wir euch vorerst auch nicht, Yachten. Soviel ist sicher.

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