Album

After The Style Rush EP

Zimmer - After The Style Rush EP

Label: 
Redaktionswertung: 
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Techno mit Dreck am Stecken

Dirty Techno nennt Zimmer seinen Stil. Dirty ist es tatsächlich, Techno auch irgendwie, aber trotzdem höchst charmant und spleenig, wie man es ansatzweise von Egoexpress kennt. Im Frühjahr 2006 erschien seine erste EP, und sie ist noch immer toll.

Vom Cover grinsen einige Comic-Figuren und rufen Bitch, so niedlich und gleichermaßen verstörend sind auch die sechs Stakatohaften Tracks der „After The Style Rush“-EP des Berliner Ein-Mann-Projektes Zimmer. Als Henry OK veröffentlichte derselbe Musiker Ende 2005 ein Album zwischen Indie und Electronica. Sein anderes Pseudonym ist ebenfalls eine gespaltene Persönlichkeit: Ambient und rotziger Techno wird produziert. Wobei letzteres auf der EP klar den Ton angibt. Die Beats sind schnell, derbe Bassdrums werden von scharf gesetzten Hi-Hats verfolgt, im selben Rhythmus schnellen eine ganze Reihe geordnete Dissonanzen hinterher – einem klanglichen Overkill bedenklich nahe. Stücke wie „Cat Scratch Fever“ sind keine klassischen Club-Burner, dafür sind sie zu schroff. Stattdessen ist dies Techno für Nerds mit schnellen Füssen und intakten Hüften. Gerade die Rohheit sowie die ungewohnte Härte fasziniert, ist sie doch unheimlich konzentriert und auf den Punkt gebracht. Dirty Techno als Gegenpart zum sauberen Club-Sound dürfte besonders denjenigen Freude bereiten, die Techno sonst eher reserviert gegenüber stehen, die aber mit einem Augenzwinkern auch zu geradliniger elektronischer Musik tanzen wollen. Zimmer, frei! (jw)

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