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  • Zahlen, bitte: So wenig verdient eine erfolgreiche Band
    NEWS 04.02.2012

    Zahlen, bitte: So wenig verdient eine erfolgreiche Band

    Berliner Band Bodi Bill macht Kassensturz

    Der Radiosender on3 hat bei Bodi Bill Kassensturz gemacht und geschaut, was man als erfolgreicher Indiekünstler heute so aus Plattenverkäufen verdient. Das Ergebnis ist niederschmetternd. 

    "Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?"
    (Britta - Wer wird Millionär)

    Bodi Bill verkaufen in Berlin dreimal hintereinander das Lido aus und sind bundesweit einer der gefragtesten deutschen Indie-Live-Acts derzeit. Der Jugendradiosender on3 wollte nun wissen, ob sich das auch auf dem Konto der Berliner Band bemerkbar macht und wie viel man als Künstler ohne große Major-Plattenfirma im Rücken heute eigentlich verdient. Bodi Bill erklärte sich bereit dazu, sich in die Bücher schauen zu lassen.

    Bodi Bill Verkaufszahlen

    Die Zahlen, die sich darin finden, sind ernüchternd. Gerade mal 20 000 Euro hat die Band mit ihrem letzten Album "What?" verdient. Davon müssen dann noch die Studiokosten (600 Euro pro Tag) und Tontechniker bezahlt werden. Und am Ende muss diese Summe dann unter den drei Bandmitgliedern und dem Label aufgeteilt werden. Ein spärlicher Lohn für über ein Jahr harte Arbeit.

    Damit liegt die Band auf der Einnahmenseite weit unterhalb der Armutsgrenze. Wäre sie live nicht so gefragt (und könnte man Konzerttickets so einfach kopieren), es würde die Band wohl längst nicht mehr geben. Niemand kann mit so wenig Geld seinen Lebensunterhalt bestreiten. 

    Bodi Bill Verkaufszahlen

    Die Zahlen zeigen aber auch noch etwas anderes: immer mehr millionenschwere Streaming-Anbieter schießen derzeit aus dem Boden, die den großen Reibach mit Musik machen wollen. Doch das Geschäftsmodell Streaming funktioniert wohl nur für eine Handvoll Superstars - und die Anbieter selbst. Der Rest bleibt auf der Strecke und muss sich mit einem kläglichen Taschengeld abspeisen lassen. Das Totschlagargument mit der "geldgeilen, bösen Musikindustrie" kann man eigentlich nicht mehr gelten lassen, wenn man sich anschaut, wie schwer es heute ist, mit Musik seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Dieser Kassensturz führt vor Augen, wie dramatisch die Lage für viele Musiker und Labels längst geworden ist. Und sie sind ein klarer Appell alle Fans und Musikfreunde da draußen: kauft viel mehr Musik! Sonst wird es eure Lieblingsbands möglicherweise bald nicht mehr geben. 

    Zum ausführlichen Artikel mit allen Zahlen bei on3

    Interview mit Bodi Bill: "5000 Alben sind doch Pillepalle"

    Mehr Infos:

    Udo Raaf Autor Udo Raaf / Tonspion.de

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"Lustige Geschichte: Vor 10 Jahren kam ich durch Tonspion erstmals so richtig mit nicht-Mainstream-Musik in Kontakt. Ich hab alles runtergeladen, was es so gab. Low, Cat Power, Songs: Ohia, White Stripes... Ohne Tonspion gäbe es meine Musik vielleicht gar nicht. Und jetzt bin ich selbst auf der Seite. Irgendwie gerade so wow." 
Karo über Tonspion. Ihr Album "Home" gibt es hier.