29.07.2007
Hingeschaut: Turbostaat - "Harm Rochel"
Im Vorfeld schon heiß diskutiert: Die Flensburger und ihr Majordebüt
Wie prophezeit, zieht diese Band nun große Kreise: Turbostaat kommen aus dem kühlen Norden und sind seit vielen Jahren kühne Deutschpunker mit festen DIY-Wurzeln. Dass sie sich nun Einiges anhören müssen, weil sie zum Major rübergeschippert sind, ist klar – aber letztlich auch ganz schön irrelevant.
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Die Streitereien, Freundschaftskündigungen und Grundsatzdebatten im Gästebuch von Turbostaat sind nicht von schlechten Eltern. Es geht um DIY- Background und Sell-Out, Punksein und Verräterdasein, Rückgrat und MTV. Aber wo bleibt dabei eigentlich die Musik? In diese kann man nun vorab reinhören und -schauen. Die erste Single ?Harm Rochel? steht nämlich im Videoformat online und zeigt, dass die Jungs von Turbostaat sich einen Kehricht darum scheren (sollten), was die alte Punkszene und die neue Majornachbarschaft von ihnen hören will.
Kurz und knackig, unprätentiös und zwingend kommt ihr neuer Song ?Harm Rochel? auf den gewhonten Turbostaat-Punkt. Auch wenn man das Gefühl nicht ganz los wird, dass die Nordlichter mit ihrem Dasein im Video nicht wirklich warm werden, so zeigt der Song samt Video doch, dass die Nordlichter weiter ihren Weg gehen: holprig, rotzig, melodiös, mitreißend, wütend und eigensinnig. ?Vormann Leiss?, benannt nach dem Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, wird das mit Moses Schneider aufgenommene, im August erscheinende Quasi-Majordebüt der Flensburger heißen. Quasi deshalb, weil es auf dem bei Warner integrierten Label der Beatsteaks namens Same Same But Different veröffentlicht wird. Die Spannung steigt also, ob Turbostaat mit diesem Werk ihrem Kurs treu bleiben oder eben havarieren werden ? entscheidend dafür ist aber die Musik allein, denn darum sollte es doch immer in erster Linie gehen. (bb)
Autor
Redaktion / Tonspion.de