28.08.2007
Wie war´s eigentlich... auf dem Open Source Festival?
Rheinisches Idyll
Während knapp 40 Kilometer weiter die Loveparade endgültig zum Volksfest nebst unangenehmer Begleiterscheinungen mutierte, widmet man sich in Düsseldorf lieber angenehmeren Dingen. Zwischen Deich und Rhein, am Ufer eines kleinen Sees findet zum zweiten Mal das Festival für aktuelle Musik statt. Zugegeben, ein etwas schwammiger Begriff, den Acts wie Who Made Who, The Whitest Boy Alive und Nouvelle Vague mit Leben füllen sollten.
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Bei strahlendem Sonnenschein haben zunächst Kinderzimmer Productions mit technischen Problemen, einem geklauten Fahrrad und leider viel zu wenig Aufmerksamkeit zu kämpfen. Deutscher Rap leidet 2007 zu sehr an den Folgen von Aggroberlin und Co., dass sich viele für die intelligenten Reime der Ulmer erwärmen könnten. Schade, steckt hier doch in jeder Zeile mehr Wort- und Irrwitz als in vielem, was sich momentan Deutscher Rap schimpft.
Who made Who entscheiden im Anschluß in Gestalt von Gitarrist Jeppe Kjellberg nicht nur den Frank-Zappa-Lookalike-Contest mit Leichtigkeit für sich. Die drei Dänen machen live noch einmal deutlich, dass Disco noch lange nicht tot ist und ihnen 2005 eine ziemlich sensationelle Platte gelungen ist und überlassen das Publikum euphorisiert To Rococo Rot.
Die Lokalmatadore sind an diesem Tag leider zur falschen Zeit am falschen Ort. Außerdem gibt es kaum etwas, dass weniger sexy wirkt, als zwei Typen, die über ihren Laptops hängen. Da hätte man sich im Anschluss an Who made Who doch lieber direkt The Whitest Boy Alive gewünscht. Die am besten schlecht aussehende Band des Festivals entscheidet die Sympathie Wertung ganz locker für sich. Ihre Coverversion von Robin S. "U Got To Show Me Love" ist die passende Antithese zur Loveparade. Wunderbar!
Während Nouvelle Vague den Coverversions-Wahnsinn des Tages auf die Spitze treiben, macht das Festival auf der zweiten Bühne seinem Anspruch noch einmal Ehre. Hier schickt nämlich Dubstep-DJ Digital Mystikz als Headliner ein gefährlich grollendes Bass-Gewitter in den Abendhimmel. (fs)
Autor
Redaktion / Tonspion.de