6. März 2009: Die Alben der Woche

Mit Starsailor, Annie Lenox, Kelly Clarkson, Dirk Darmstaedter, Mathias Schaffhäuser, DJ Koze, Chris Cornell, Eisblume, Green Concorde u.a.

Die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche in der kompakten Tonspion-Übersicht.

Kelly Clarkson - All I Ever Wanted
Die Halbwertszeit von Casting-Stars ist normalerweise verdammt kurz. Aber Kelly hält sich tapfer, eine der wenigen Kandidaten, die als Gewinnern von "American Idol" (2002) noch immer enorme Verkäufe und jetzt wieder eine Nummer Eins vorweisen kann. Der amerikanische Traum des kleinen Mädchens vom Lande, das jetzt am Fließband der Plattenindustrie arbeitet. js

Chris Cornell - Scream
Der Ex-Soundgarden-Sänger ist jetzt auch bei Timbaland angekommen, der ihm die Stücke zurechtbastelt. Insgesamt ein eher merkwürdige Kombination. Für die einen zerstört der Mann damit sein Lebenswerk. Andere finden, dass sich hier jemand mal mutig auf Neuland begibt. Wie auch immer, handelt es sich hier um fett produzierten Timbaland-Pop mit einer außergewöhnlichen Stimme und über das Ergebnis lässt sich streiten. js

DJ Koze - Reincarnations
Neun Jahre nach "Music Is Okay" erhebt DJ Koze erneut den Remix zum Prinzip und schlägt den Bogen von Matthew Dear bis Hildegrad Knef. Macht dabei wie immer alles richtig und noch ein bisschen mehr. fs

Eisblume - Unter dem Eis
Ein Projekt aus Berlin, das sich um die junge Dame Ria spinnt und eine schaurig kalte Schnittmenge von Nightwish, Ich + Ich, Rosenstolz und Silbermond vertont hat. Der kommerzielle Erfolg ist da nur noch Formsache. bb

Green Concorde - Down The Corridor, To The Exit, Through The Gates, Out Into Safety
Eigentlich hatte sich diese Band schon aufgelöst. Gut, dass es doch noch anders kam. Denn zwischen Avantgarde und Indie, zwischen Angst und Noise überzeugen sie erneut mit dem, was der Joy Division-Liebhaber hoch und runter hört. bb

Annie Lennox - The Annie Lennox Collection
Die Grande Dame des Eighties-Pop altert in Würde. Mit sympathischer Divenhaftigkeit gibt sie Konzerte für den guten Zweck (HIV-Prävention) und veröffentlicht jetzt ein umfangreiches Best-Of-Album: Doppel-CD plus DVD in der Limited Edition. js

Mathias Schaffhäuser & Friends - Unequal Equality
"Schaffhäuser & Friends": was nach kölschem Klüngel klingt entpuppt sich als liebevolle Bestandsaufnahme dessen, was momentan in Schaffhäusers Kosmos rund ums Label Ware geht. Eine Menge nämlich, auch wenn das gerne ein wenig aus der Wahrnehmung kippt, weil Schaffhäuser nicht unbedingt als hip gelten und auch keine Pop-Hymnen mehr neu auflegen will. fs

Ritornell - Golden Solitude
Kunstvolles aus Österreich. Richard Eigner und Roman Gerold streifen, schwelgen und schrauben sich durch dichte Geräusch- und Klangwelten. bb

Starsailor - All The Plans
Mit britischer Starsinnigkeit haben Starsailor den Post-Britpop-Hype der späten Neunziger überstanden. Auf sie ist immer noch Verlass, Songs für und wider den Herzschmerz; einerseits songwriterisch sehr geerdet, anderseits immer noch mit viel Schmalz veredelt. js

Dirk Darmstaedter - Life Is No Movie
Er selbst wird es nicht mehr lesen können: der Mann hatte mal einen großen Hit mit seiner Band The Jeremy Days, einer Band die Zeit ihres Bestehens durchweg Pop von internationalem Format produzierte. Heute hat sich Darmstaedter längst auch als Solokünstler etabliert. Mit Songwriter-Pop und Folk-Appeal. Und mehr als das: auf seinem eigenen Label Tapete Records veröffentlicht er seit Jahren kontinuierlich gute Musik. js

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