9. Januar 2009: Die Alben der Woche

Mit Animal Collective, Hollywood Rose, James Yuill, Secret Machines und Juliane Werding
Die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche in der kompakten Tonspion-Übersicht.



Animal Collective - Merriweather Post Pavilion
Irgendwo zwischen psychedelischen Rockeinflüssen und experimentellem Anspruch navigiert sich das kleine Kollektiv durch die Grauzone zwischen Track und Song. Zehn Jahre nach der Bandgründung das neunte Album: gewohnt facettenreicher Sound, musikalische Horizonterweiterung garantiert.

Hollywood Rose - The Roots Of Guns N´Roses
Axl Rose, die mittlerweile schon ziemliche tragische Figur der großen Mainstream-Rockmusik 1987-1993, hat ausgedient. Aber noch nicht ganz: vor seinen großen Erfolgen hat er auch schon Musik gemacht. Gemeinsam mit seinem Kollegen Izzy Stradlin gründete er die Band, aus der später Guns N´Roses hervorging. Damals hätte er sein aufgedunsenes Botox-Gesicht von heute wohl nicht für möglich gehalten - und dass er einmal Songs wie "November Rain" schreiben wird, konnte man angesichts dieser ganz frühen Ansätze auch nicht erwarten. Gesamtwerk-Ausschlachtung bis zur ersten Note.

Secret Machines - s/t
Mysteriös wie einer ihrer Songs, wollen sich die Secrets Machines einfach nicht auf eine Richtung festlegen lassen: mal schlägt ihr Pendel Richtung Pop aus, aber ziemlich oft deutet alles doch eher auf wundersam verschrobene Rockmusik hin. Dieses Album benötigt seine Zeit, die man sich nehmen sollte.

James Yuill - Turning Down Water For Air
Den waghalsigen Spagat zwischen Folk und Electro, den beispielsweise auch Jape schon vollbracht hat, gelingt Yuill ebenfalls par excellence. Melancholie und Clubaffinität müssen sich keinesfalls ausschließen: das passt allerdings nur, wenn man ein versierter Songwriter ist - der übrigens gerade einige Gigs in Deutschland spielt. (-> Free MP3 Download "This Sweet Love")

Juliane Werding - Sterne (das Beste von 2004-2009)
Sie überrascht also mit einer Best-Of-Compilation der letzten fünf Jahre. Das ist insofern erwähnenswert, weil man ja eigentlich bis eben gar nicht wusste, dass Juliane Werding überhaupt noch aktiv ist. Schlager, der angeblich den Anspruch hat wie englische Popmusik zu klingen. Wer viel wagt, der gewinnt allerdings nicht immer.

Jan Schimmang / tonspion.de

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