Adele: 25 knackt sämtliche Chartsrekorde - bis auf einen

Wird "25" das erfolgreichste Album aller Zeiten?

Mit ihrem Album "25" hat Adele weltweit die Charts gestürmt. In 106 von 119 Ländern, in denen es iTunes gibt, ist sie auf der Spitzenposition und toppt damit den Erfolg von Taylor Swift ("1989") deutlich. In einer extrem wichtigen Charts fehlt "25" allerdings.

Genauso wie Taylor Swift im vergangenen Jahr haben sich Adele und ihr Management dazu entschieden, das neue Album "25", dessen Erfolg absehbar war, nicht auf Streamingdiensten anzubieten. Und zwar weder auf kostenlosen wie Spotify oder Pandora, noch auf den kostenpflichtigen wie Tidal, Apple Music oder Spotify Premium. Beide Künstlerinnen veröffentlichen auf Indielabels und nicht auf einem der großen Majorlabels Universal, Sony oder Warner Music, die an Spoitfy beteiligt sind und deshalb fast alles zum Streaming frei geben.

Und die Rechnung scheint aufzugehen: dadurch dass man das Album derzeit nur kaufen kann, scheint man deutlich mehr abzusetzen, wie wenn man das Album gleichzeitig auf Streamingdiensten "verleihen" würde. Denn nichts anderes ist ein Streamingabo. Man bekommt dort kopiergeschützte Musik auf Zeit geliehen. Daran verdienen überwiegend die großen Labels mit riesigen Katalogen, denn über die Masse gesehen, macht Kleinvieh natürlich auch Mist. Bei den einzelnen Künstlern kommt dagegen wenig an. 

Adele (Foto: XL Recordings)
Adele (Foto: XL Recordings)

Das wichtigste Argument von Spotify war bisher, dass man die Musik aus der Piraterie gerettet habe und ein Album, das nicht bei Spotify zu haben sei, verstärkt illegal runtergeladen werde. Der Blog Musicbusiness Worldwide analysierte die Charts diverser Tauschbörsen und kommt zu dem Schluss, dass "25" dort kaum getauscht werde. Tatsächlich sei dort überwiegend Musik zu finden, die schon ein Jahr oder länger auf dem Markt ist.

Das lässt zwei mögliche Deutungen zu: entweder Adele-Fans sind nicht (mehr) auf Tauschbörsen unterwegs (vermutlich sind ihre Hörer im Schnitt deutlich älter, als die der viel getauschten Titel von Major Lazer) oder die Fans möchten ihr Album lieber "im Original" und nicht als Raubkopie besitzen. Was aber bei digitalen Downloads ein kleines bisschen egal ist. Rund 60 Prozent der Verkäufe von "25" waren Downloads.

Während One Direction und Justin Bieber in der vergangenen Woche gleich mehrere Spotify-Rekorde aufgestellt haben, zeigt Adeles "25", dass es tatsächlich einen riesengroßen Unterschied macht, welche Generation man erreichen will. Bei den jüngeren geht vermutlich heute gar nichts mehr ohne Spoitfy, bei den älteren Hörern scheint es fast schon egal zu sein, ob man auch bei Spotify veröffentlicht oder nicht, zumindest bei begehrten Releases wie die von Adele. Denn die werden nach wie vor auch gekauft. Und so wird sie es verschmerzen, dass ihr Album in den Streamingcharts nicht zu finden ist, wo sie mit der ersten Single "Hello" für einen neuen Rekord gesorgt hatte.

Einen weiteren Rekord hat sie auch schon fest im Blick: bisher galt "No Strings Attached" von *NSYNC, Justin Timberlakes Boyband, als das erfolgreichste Album aller Zeiten und als nicht mehr einholbar. Schließlich kaufen die Menschen heute viel weniger Musik als noch im Jahr 2000. Doch "25" dürfte diesen vermeintlich ewigen Rekord von 2,4 Millionen verkaufter Einheiten innerhalb von nur 7 Tagen in den USA ganz locker brechen. 

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