AfD missachtet Urheberrechte und beklagt sich über Demokratie in Deutschland

Oder: Wie doof kann man eigentlich sein?

Die AfD Berlin hat einen komplett inhaltsfreien Wahlwerbespot gedreht und einen Song darunter gelegt. Leider hat sie vergessen, die Urheber zu fragen, ob sie das eigentlich darf. Jetzt ist die Partei beleidigt und hält das tatsächlich für ein Problem unserer Demokratie. So funktioniert die Logik der Rechtspopulisten.

Wir sind kein Politik-Magazin, wer AfD wählen will, wird sich von uns auch nicht davon abhalten lassen. Aber die AfD Berlin hat den Vogel mit ihrem Wahlwerbespot abgeschossen.

Statt den darin verwendeten Song zu lizenzieren, wie es in der westlichen Welt mit freier Marktwirtschaft üblich ist, stellt die Wutbürger-Partei tatsächlich die Demokratiefrage. Das ist gerade so als stelle man die Demokratie in Frage, weil man im Supermarkt seinen Einkauf nicht umsonst bekommt. Wäre nett, funktioniert aber leider nicht. Weil es Gesetze gibt.


Offenbar gibt es keinen Verlag oder Künstler, der dieser Partei ein Lied für ihre billige Propaganda freigeben möchte. Und das völlig zu Recht. Im Spot werden Menschen mit anderer Meinung oder anderer Hautfarbe verunglimpft, keinen Durchblick zu haben. Natürlich ganz anders als die rein weißen AfD-Wähler, die die totalen Checker sind.

Die Pariser Band Caravan Palace, deren Song verwendet wurde, fand die unerlaubte Verwendung ihrer Musik in diesem Zusammenhang angeblich "bestürzend". Ihr Verlag möchte nun sogar juristisch gegen die AfD vorgehen. 

Wer nicht einmal grundlegende Gesetze lesen und verstehen kann, schließlich ist das die Kernaufgabe der Politik, disqualifiziert sich selbst. Wer wegen eigener Ahnungslosigkeit gleich die ganze Demokratie in Frage stellt, der möchte offenbar lieber eine Diktatur leben, in der Künstler nur dazu da sind, die staatliche Propaganda zu unterstützen. Auch das hatten wir schon mal. Und das ist noch gar nicht so lange her...

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