Allensbach: Internet regt zum Musikkauf an

In einer neuen Studie hat das Institut für Demoskopie Allensbach die Auswirkung von MP3 auf das Kaufverhalten der Musikkonsumenten untersucht. Das Ergebnis ist erstaunlich unspektakulär.

Denn es kann auch nach dieser Untersuchung keine Rede davon sein, dass das Internet und die zahlreichen neuen Möglichkeiten umsonst an Musik in CD-Qualität zu kommen, den Absatz von Tonträgern dramatisch mindert.
Rund 10 000 Internetnutzer wurden befragt, wie sich ihr Kaufverhalten in den letzten Jahren verändert habe. Dabei gaben 37 % der Befragten zu, sich heute weniger CDs zu kaufen, als vor drei Jahren. Doch gleichzeitig gaben 28 % an, jetzt mehr Musik zu kaufen. Rund 21 % der Internetnutzer haben sich überhaupt schon einmal Musik aus dem Netz heruntergeladen. Nach Einschätzung der Demoskopen zeigt das, dass viele die kostenlose Musik aus dem Internet als Anregung empfinden. Jedenfalls gehe aus den ermittelten Daten nicht hervor, dass die Musikindustrie durch das Internet und dessen Tauschbörsen grundsätzlich Schaden erleidet. Nach der Umfrage sollen rund 50% der Internetnutzer generell bereit sein, sich Musik gegebenenfalls auch gegen Gebühren aus dem Internet herunterzuladen.
Allein die Angebote dafür sind noch dürftig und haben sich bisher noch nicht durch Nutzerfreundlichkeit hervorgetan, so das eine solche Frage ohne ein konkretes, interessantes Produkt vor Augen, eher weniger Aussagekraft besitzen dürfte.

Doch auch die jüngsten Branchenstatistiken der Plattenindustrie zeigen, dass es so schlimm nicht sein kann, wie es immer dargestellt wird. So vermeldete die britische Plattenindustrie Zuwächse von 5,3 Prozent für 2001. Vor allem CD Alben konnten enorm zulegen, während Singles einen Einbruch um knapp 10 % erlitten. Kein Wunder, denn genau diese lassen sich sehr einfach und problemlos übers Internet saugen, während eine liebevoll aufgemachte CD von Künstlern mit mehr Potenzial als nur für einen Hit auch in Zeiten von CD-Brenner und Tauschbörsen nach wie vor heiß begehrt sind.
Auch Vivendi-Universal verzeichnet ein Umsatzplus. Das hat der Mischkonzern allerdings hauptsächlich seinem Medien- und Internetgeschäft zu verdanken. Denn das wuchs im vergangenen Jahr zu einem bedeutenden Faktor heran. Da dürfte der Rückgang im Musikgeschäft um ein Prozent zu verkraften sein.
Mit ansprechenden Online Angeboten und innovativen Internetideen sollte die Musikindustrie also nach diesen Zahlenspielen doch noch die Kurve ins digitale Zeitalter kriegen. Die Zeit des Jammerns ist jedenfalls endgültig vorbei. (ur)

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