Alles muss raus: MySpace schließt internationale Büros

500 Mitarbeiter nach Umstrukturierung entlassen

Fox Interactive hat die Reißleine bei MySpace gezogen. Nachdem das Social Network im vergangenen Jahr mehr und mehr an Bedeutung gegenüber dem übermächtigen Konkurrenten Facebook verloren hat, werden nun alle internationalen Niederlassungen geschlossen.

Offenbar will Eigentümer Rupert Murdoch, der MySpace vor fünf Jahren für 580 Millionen Dollar gekauft hat, die Kosten auf ein Minimum senken und die Plattform verkaufen, um seine Investition zu retten. Rund 500 Mitarbeiter müssen gehen, 30 davon in Deutschland. Die Büros in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln werden Ende Februar geschlossen.

MySpace hatte sich von der Community zur größten Musikplattform weltweit entwickelt, da verstärkt Bands das Portal benutzten, um ihre Musik zu promoten. Viele Bands nutzen heute ihre MySpace-Adresse als Ersatz für eine eigene Webseite. Das könnte sich nun rächen, sollte MySpace in die Bedeutungslosigkeit taumeln oder gar geschlossen werden.

Im letzten Jahr hatte MySpace noch versucht, sein Angebot optisch neu zu gestalten, um gegenüber dem weitaus aufgeräumteren Konkurrenten Facebook Boden gut zu machen - ohne Erfolg. Während die großen Investoren sich auf Facebook konzentrieren, stagnierte MySpace bei 100 Millionen registrierten Nutzern, die meisten davon dürften ihr Passwort längst verlegt haben.

Tonspion wird als Folge dieser Entwicklung sein MySpace-Profil löschen. Bands, die ihre offizielle Website inzwischen bei MySpace haben, empfehlen wir eigene Webseiten anzulegen, die niemand verschachern oder schließen kann. Denn das kann künftig auch bei Facebook oder anderen Anbietern jederzeit passieren, bei denen man nicht Eigentümer seiner eigenen Domain ist.

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