AllofMP3 kurz vor dem Aus

Der Tonspion Wochenrückblick
Der russische Online-Musikdienst AllofMP3 muss voraussichtlich nächstes Jahr endgültig seine Pforten schließen, EMI bietet jetzt MP3-Downloads ohne Digital Rights Management an und BitTorrent wechselt die Seiten.

Schon seit längerer Zeit steht der russische Online-Musikdienst AllofMP3.com unter gehörigen Druck. Nachdem der Internationale Verband der Phonographischen Industrie (IFPI), ein Lobbyingverband der Majorindustrie, dem russischen Online-Musikdienst vorgeworfen hat, für die Downloadangebote keine Lizenzen zu besitzen sind jetzt auch die beiden Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa ausgestiegen.

Das endgültige Aus droht dem umstrittenen Downloadanbieter Mitte nächsten Jahres, wenn in der russischen Duma ein Gesetz erlassen werden soll, das es erlaubt, gegen Onlinedienste vorgehen zu dürfen, die nicht lizenzierte, urheberrechtlich geschützte Werke über das Internet verbreiten. Der politische Hintergrund: Russland will zur Welthandelsorganisation WTO beitreten. Dabei könnten Online-Dienste wie AllofMP3, die Downloads für wenige Cent verkaufen ohne entsprechende Rechte zu besitzen, zum Stolperstein werden.

Jahrelang war daran nicht zu denken. Jetzt hat es die EMI doch gemacht. Als erste Majorcompany bietet der britische Musikkonzern ein Album zum Download an, das nicht mit Digital Rights Management (DRM) geschützt ist. Natürlich gibt es das Album von der Künstlerin Lily Allen im MP3-Format nur als Pre-Sale, d.h. bis das Album in regulär in die Läden kommt. Das Besondere an dieser Entscheidung von EMI ist eben der Umstand, dass die Majorindustrie bisher Downloads im MP3-Format ohne Kopierschutz, aus Angst vor illegaler Verbreitung strikt ablehnt.

BitTorrent, mittlerweile der beliebteste PeerToPeer-Anbieter wechselt die Seiten. Bisher als Tool gebrandmarkt, das Musikpiraten für ihre ?kriminellen Handlungen? nutzen, kommt jetzt zu höheren finanziellen Weihen: eine 20 Millionen Dollar-Spritze der Medienindustrie soll helfen, die technologische Entwicklung voranzutreiben. In Kürze schon sollen Filme von Paramount Pictures, 20th?s Century Fox und Lionsgate angeboten werden.

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