Andreas Kümmert äußert sich zum ESCape

"Ich bin Musiker und das wird sich nie ändern"

Es war der große Aufreger der letzten Woche: Deutschland wählt Andreas Kümmert zu seinem Volksvertreter beim Eurovision Song Contest und der sagt einfach: Nein danke! Die Reaktionen der enttäuschten Fans waren hart. Nun meldete sich Kümmert zu Wort. 

"an alle Leute, die mich hier beschimpfen!
(diese Beschimpfungen sind wirklich unterste schublade!!!)
ich bin mir nicht so ganz sicher was ihr glaubt, damit erreichen zu können?!
glaubt ihr allen ernstes ich würde nun aufhören, nur weil das ein paar leuten nicht passt?!
weit gefehlt! ich bin Musiker, und genau das wird sich nie ändern!
eure äußereungen bestätigen mir meine meinung zu dieser gesellschaft.
ihr passt alle perfekt in diesen aparat!!!!
an alle, die zu mir stehen! keep on rockin´ 
wir sehen uns!"

Diese Zeilen schrieb Andreas Kümmert auf seiner Facebook-Seite und zeigt damit, dass er seinen Entschluss, sich vom ESC-Spektakel zurück zu ziehen keineswegs bereut. Aber er bekräftigt auch, als Musiker weiter zu machen, wenn auch jenseits der ganz großen Bühne. 

Stream: Andreas Kümmert - Heart Of Stone (ESC Vorentscheid)

Sein ehemaliger Manager schätzt die Situation so ein, dass Kümmert zwar als Sänger auf jeder Bühne bestehen könne, aber als Mensch sehr sensibel sei und bei einem Mega-Event wie dem ESC mit dem ganzen Rummel drumherum eine Katastrophe hätte passieren können. 

Man sollte einem Künstler niemals vorwerfen, dass er sensibel ist oder anders tickt, denn gerade das macht viele Künstler aus. Trotz seines haushohen Sieges beim Eurovision Vorentscheid ist es am Ende alleine seine Entscheidung, welchen Weg er geht und die muss man respektieren. Wenn er sich persönlich nicht bereit fühlt, nochmal wochenlang die Mühlen der Massenmedien zu durchlaufen, dann hat das seine Gründe. Das ganz große Scheinwerferlicht ist nicht für jeden das Richtige. Kümmert hat sein Publikum immer nur mit seiner Stimme überzeugt und alle Nebenerscheinungen der plötzlichen Prominenz über sich ergehen lassen. Nach seinem Kantersieg bei  "The Voice of Germany" hat er das alles schon einmal durch gemacht. Und danach trotzdem weiter in Kneipen gesungen.

Warum er überhaupt angetreten ist, hat Kümmert bislang nicht erklärt, aber natürlich werden ihn auch viele Berater zu diesem Schritt gedrängt haben, schließlich stand der Voice of Germany-Gewinner beim Vorentscheid quasi vorab als Sieger fest. Aber das gibt uns als Zuschauer kein Recht, eine persönliche Entscheidung zu kritisieren oder einen Menschen sogar dafür zu beschimpfen, dass er seinen eigenen Weg gehen will. Vermutlich hat er - für sich - das einzig Richtige, das einzig Mögliche getan. Statt ihm wird nun die zweitplatzierte Newcomerin Ann Sophie für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Wien antreten. Das wurde gestern offiziell bestätigt.

Stream: Ann Sophie - Black Smoke

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