Apple macht Podcasting zum Massenphänomen

Eine Million Podcast-Abos dank iTunes 4.9

Die Tagesschau tut es erst seit wenigen Tagen, das schweizer Netlabel starfrosch und die Zeitschrift De:BUG hingegen sind Podcaster der ersten Stunde. Aber alle, ob erst seit kurzem oder schon von Anfang an dabei, profitieren von Apples neuestem Marketing-Coup.

Bereits zwei Tage, nachdem die iPod-Hersteller iTunes 4.9 zum Download bereit gestellt hatten, verkündete die Firma stolz, dass Nutzer bereits eine Millionen Podcasts mit Hilfe der Audioabspielsoftware abonniert hätten.

Was bis dahin schon ein Hype war, sollte es damit zum Mainstream geschafft haben. Einige Anbieter berichten von einer Verzehnfachung der Downloads ihrer Podcasts. Nun war es auch bis zur Veröffentlichung von iTunes mit Podcastverzeichnis nicht besonders schwierig, Podcasts zu abonnieren, aber die aktuelle Version macht es den Anwendern doch äußerst bequem. Mit Podcasting, einer Wortneuschöpfung aus ?Broadcasting? und ?iPod? hat das alte Netzformat ?Radio on Demand? einen Verbreitungsweg gefunden, der selbst äußerst unbedarften Anwendern keine Usability-Hürden mehr in den Weg legt.

Auch wenn der Weg über den iTunes Music Store geht, ist es nur ein Klick zum Podcast-Bereich. Der läßt sich bedienen, wie man es vom iTunes Music Store bereits kennt. Podcast-Anbieter anklicken, Sendung vorhören und bei Gefallen herunter laden und auf den eigenen MP3-Player übertragen. Als Audioformat wird bei Podcasts in der Regel MP3 verwendet. Dann ist es für Anwender auch vollkommen unerheblich, ob sie einen namensgebenden iPod oder einen Player einer anderen Firma besitzen. Allerdings bietet Apple auch die Möglichkeit, Podcasts im AAC-Format anzubieten, welches von vielen MP3-Playern anderer Hersteller nicht abgespielt werden kann.

Das eigentlich charmante am Podcasting ist, dass sich von professionellen Angeboten bis zu liebevoll aufgenommenen und manchmal etwas verzerrten Amateurshows eine riesige Auswahl an Sendungen findet.
Wer neue, bisher nicht gelistete Podcasts hinzu fügen möchte, kann den RSS-Feed per Copy and Paste eintragen und hoffen, dass er der Überprüfung durch Apple stand hält. Genaueres erfährt, wer in der Podcast-Oberfläche auf die Grafik ?Publish a Podcast? klickt und dann dem Link ?Mehr zum Thema Podcasting bei iTunes? folgt.

Spannend wird ganz sicher die Zukunft im Hinblick auf einer kommerzielle Verwertung von Podcasting. Da die Sendungen nicht nur gestreamt sondern eben abgespeichert werden können, bleibt abzuwarten, wie die Musikindustrie darauf reagiert, wenn urheberrechtlich geschützte Songs in Podcasts auftauchen. Für die Werbewirtschaft dürfte der Verbreitungsweg Podcasting hingegen nicht wirklich spannend sein, da die meisten Anwender eingestreute Werbeclips vermutlich dank der Fast Forward Funktion einfach überspringen würden. (gmd)

Weitere Informationen in unserem Podcasting-Spezial.

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