Atze Schröder macht Witze über Vergewaltigungsopfer

Wiesenhof-Werbung verspottet Gina-Lisa

Guten Geschmack sollte man bei Lebensmitteln eigentlich voraussetzen können. Im Falle des Hähnchen-Schlachters Wiesenhof ist es damit allerdings nicht weit her: der Hersteller und sein Werbe-Star Atze Schröder greifen mit flachen Stammtisch-Witzen über Gina-Lisa Lohfink gründlich daneben.

Stein des Anstoßes ist eine Werbekampagne mit dem Proll vom Dienst Atze Schröder. Im Spot haut der Komiker eine stumpfe Zote nach der anderen raus, bemüht sogar einen Zollstock „damit ihr mal sehen könnt, wie groß meine Wurst wirklich ist“. Doch dieses Niveau lässt sich noch unterbieten, denn im Verlauf des Clips fällt der Satz, mit dem sich sowohl der Mega-Metzger als auch der Essener Komiker gerade einen gewaltigen Shitstorm einfangen:

„Danach müssen Gina und Lisa erstmal in die Trauma-Therapie“.

Dazu hält Schröder breit grinsend seine ach so wahnsinnig große Wurst in die Kamera.

Ob klebriger Altherren-Sexismus in einem Werbespot 2016 wirklich eine gute Idee ist, wird Wiesenhof sicher sehr bald feststellen und auch Atze Schröder könnte den Namen dieser Sternstunde des Fleischerhandwerks noch bitter bereuen: „Atzes großes Finale“, das ist, ähnlich wie der gesamte Clip, kein Scherz - die Wurst heißt tatsächlich so. Nomen est Omen?

Wenn es nach den Reaktionen im Netz geht, könnte das gut sein. Denn wie auch immer man den stumpfen Ballermann-Humor eines Atze Schröders finden mag: Witze über Vergewaltigungsopfer sind nicht einfach nur schlechter Stil. Der Versuch, mit dem Namen des Opfers Kasse zu machen ist primitiv, widerlich und kann gar nicht genug abgestraft werden.

Update: Inzwischen hat sich Atze Schröder via Facebook für den miesen Spot entschuldigt und sich ganz klar davon distanziert. Tatsächlich ist der nur das Gesicht der Wiesenhof-Kampagne. Zu verantworten hat den Spot die Marketing-Abteilung von Wiesenhof. Schröder kündigte außerdem an, 20000 Euro für den guten Zweck zu spenden. Schröder hat sich in der Vergangenheit vielfach gegen Kindesmissbrauch und für Flüchtlinge engagiert und wir nehmen ihm diese Entschuldigung ab.

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