Audio-Standards verzweifelt gesucht

Eine Gruppe von Technologie-Anbietern will sich jetzt am Unmöglichen versuchen: Gemeinsam will man ein Kopierschutz-Format entwickeln, das die Branche vereint und den Kunden glücklich macht.

Der Schlüssel zum Erfolg heißt dabei Standards ? jedenfalls, wenn wir HP, Philips, Samsung und Sony glauben dürfen. Gemeinsam mit anderen Technologie-Anbietern wollen die Firmen im Rahmen einer neuen Industrie-Vereinigung namens Coral Consortium eine Art Meta-Digital-Rights Management-Technologie schaffen. Diese soll Interoperabilität zwischen verschiedenen Kopierschutz-Formaten erlauben.

Wer heute Songs über Apples iTunes Music Store kauft, kann sie erst einmal nur auf dem iPod abspielen. Besitzer anderer MP3-Player gucken in die Röhre. Umgekehrt können iPod-Nutzer keine Titel von Microsofts Download-Shop auf ihren Geräten abspielen.

Derartige Kompatibilitätsprobleme waren erst kürzlich vom MP3-Erfinder Karlheinz Brandenburg kritisiert worden. Brandenburg erklärte gegenüber Reportern, diese Grenzen hätten das Download-Business verlangsamt und würden Hersteller von Endgeräten behindern. Das neue Konsortium will nun mit einer Industrie-weiten DRM-Spezifikation dafür sorgen, dass die nächsten Kopierschutz-Generationen ohne derartige Beschränkungen auskommen.

Ob die Gruppe damit Erfolg haben wird, ist jedoch fraglich. Die zwei größten DRM-Anbieter Microsoft und Apple beteiligen sich nicht an den Gesprächen ? aus gutem Grund: Bei Kopierschutz geht es längst nicht mehr nur um das Verhindern einzelner Vervielfältigungen. Konsumenten sollen vielmehr über ein Format an einen bestimmten Anbieter gebunden werden.

Bestes Beispiel dafür ist Apple. Die Firma hat immer wieder zugegeben, mit ihrem Download-Shop kein Geld zu verdienen. Der iTunes Music Store dient statt dessen als Werbung für die luxuriösen iPods. Deshalb käme es für Apple reichlich ungelegen, wenn iTunes-Kunden ihre Titel auch auf einem Gerät der Konkurrenz abspielen könnten. (jr)

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