Aus Aimster wird Madster

Lange hat die Tauschbörse Aimster versucht, sich gegen Gott und die Welt aufzulehnen. Nun musste sie in zumindest einem Fall klein beigeben. Den Namen Aimster wird man in Zukunft nicht mehr verwenden, die entsprechende Domain geht in den Besitz von AOL über.

Wer in diesen Tagen die Website der Tauschbörse Aimster besucht, wird mit einer ungewöhnlichen Mitteilung empfangen: Die Seite, die man suche, sei umgezogen. Der neue Besitzer der Seite sei auf keine Weise mit dem alten Besitzer verbunden, heißt es dort in schlichter Schwarz-auf-weiß-Optik. Wer nach dem Tauschprogramm sucht, wird auf die Website Madster.com verwiesen.

Dort geht es dann noch bizarrer weiter - mit einem Gedicht:

"Big companies are lamester
No, you can`t call us amester
But if it still works the samester
What`s in a namester"

Dazu gibt es die kurze Information, dass Aimster jetzt Madster heißt. Wieso, weshalb warum? Dazu schweigt sich Aimster, Verzeihung, Madster aus. Grund der seltsamen Umbenennung ist ein Namensstreit mit AOL. Der Medienriese sah in dem Namen seine Rechte an der geschützten Bezeichnung AIM (kurz für AOL Instant Messenger) verletzt.

Aimster hat sich eine ganze Weile dagegen aufgelehnt, Namen und Domain herauszurücken. Wohl auch aus Marketing-Gründen sah man in dem Rechtsstreit einen weiteren Versuch der bösen, bösen Musikwirtschaft, eine Tauschbörse zu schließen.

Doch viel zu Schließen gibt es bei Madster ohnehin nicht mehr. Derzeit operiert die Tauschbörse nur noch im Sparmodus, der allerdings für seine Nutzer recht teuer ist: Wer tauschen will, muss Mitglied des "Club Madster"-Angebots sein, für das rund fünf Dollar pro Monat verlangt werden. Ob davon allzu viele Nutzer Gebrauch machen, darf allerdings bezweifelt werden. (jr)

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