Ausspioniert: Marc Spitz im Interview

Der Autor des Pop-Romans „Wann nur, wenn nicht jetzt?“ gibt Antworten

In seinem Buch huldigt er Morrissey und beschreibt Freud und Leid im Lebens seines Alter-Egos – von Kindheit und Pubertät bis zur ersten vorgezogenen Midlife-Crises. Vom Liebeskummer bis zu den ganz großen Sinnfragen. Das alles gebettet in den Referenz-Wahnsinn des Popkultur-Kosmos. Tonspion-Redakteur Jan Schimmang hat dem Autoren Marc Spitz ein paar Fragen zu seinem Werk gestellt.

In seinem Buch huldigt er Morrissey und beschreibt Freud und Leid im Lebens seines Alter-Egos – von Kindheit und Pubertät bis zur ersten vorgezogenen Midlife-Crises. Vom Liebeskummer bis zu den ganz großen Sinnfragen. Das alles gebettet in den Referenz-Wahnsinn des Popkultur-Kosmos. Tonspion-Redakteur Jan Schimmang hat dem Autoren Marc Spitz ein paar Fragen zu seinem Werk gestellt.

Wie war im allgemeinen das Feedback zu deinem Roman, insbesondere in deiner privaten Umgebung. Weil er ist ja bekanntlich autobiographisch ...


Von dem Mädchen, auf dem die Figur Miki basiert und mit dem ich eigentlich nie richtig gesprochen habe, weiß ich über gemeinsame Freunde, dass sie das Buch gelesen hat. Mein Vater war jedenfalls ziemlich angekotzt über seine Figur im Roman – er hat ein Jahr lang nicht mehr gesprochen. In den Staaten ist das Buch jetzt schon ungefähr fünf Jahre alt. Mich freut es sehr, dass ich immer noch Post dazu erhalte.

Welche drei Bücher sollte man kennen, bevor man deines liest?

Die Bibel, den Koran und Hubbards "Dianetics". Nein, ernsthaft: um sich für mein Buch im Vorfeld schon ein bisschen zu sensibilisieren, sollte man vielleicht den "Fänger im Roggen", "High Fidelity", Roths "Portneys Beschwerden" oder irgendwas von Woody Allen gelesen haben.

Ist es wahr, dass du persönlich bereits mit Morrissey über deinen Roman gesprochen hast?

Ja, wir haben uns zwei mal getroffen, weil ich ihn interviewt habe. Ich war fast schon geschockt, dass er von dem Buch überhaupt gehört hatte! Er hat das im Gespräch zum Thema gemacht, weil er mich ständig "den Schriftsteller" genannt hat. Er hat sich sehr dafür interessiert, wie viele Exemplare davon verkauft wurden. Aber Morrissey würde niemals zugeben, dass er das Buch gelesen hat.

Was sind für dich die drei wichtigsten Songs der Smiths?

Das ändert sich immer mal wieder. Aber ein paar berühren mich einfach ständig mehr als andere und diese wären: "Rubber Ring", 2Stretch out and wait", "Rusholme ruffians", "Half a person" und "The hand that rocks the cradle".

Schlussendlich, bereust du irgendetwas, das mit dem Roman zusammen hängt?

Nichts. Wirklich nicht. Weil genau das, nichts zu bereuen, ist doch der the punk rock way! Wenn ich am Boden bin und denke, ich gehe jetzt zu Grunde und das war´s jetzt, dann lässt mich das Buch wieder aufstehen. Eine kleine Stimme in meinem Kopf sagt mir dann: macht doch alles nichts, denn du hast dich immerhin schon selbst verewigt, du Arschloch.

___

„Wann nur, wenn nicht jetzt?“ ist im Rockbuchverlag erschienen.

Einen Song seines Romanhelden Morrissey gibt es hier.

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