Ausspioniert: Peter Licht im Interview

Der Autor und Songwriter über sein neues Album "Melancholie und Gesellschaft"
Tonspion-Redakteur Jan Schimmang stellt ausgewählten Künstlern regelmäßig ähnliche Fragen und erhält stets unterschiedliche Antworten. Diesmal mit Peter Licht, der in der Popmusik gerne mal um die Ecke denkt.



Was ist dein liebstes Detail auf dem neuen Album?


Für die Pianospuren haben wir ein altes knarziges Klavier genommen. Das ist ein wenig verstimmt und stammt von einer alten Tante. Da hält man dann Mikrofone in den Bauch des Klaviers und spielt los. Es knackt und klappert, wenn man genauer hinhört. Das Gestänge und Pedale rumpeln.

Inwiefern war der Schritt von der letzten Platte zur neuen ein großer?

Schon groß. Vom Sound her. Vom Inhalt her. Immer schwer seine eigenen Sachen zu beschreiben. Der Versuch, daß es klanglich reduziert und abstrakt ist. Nicht viel Geschraube. Klassische Instrumente. Ein Klavier ist ein Klavier. Da gibt es keine hunderttausend Variationen. Stimme, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier. Das wars. Kein doppelter Boden. Auch textlich nicht. Direkte Aktion. Ob es das ist, weiß ich nicht. Der Versuch ist das Ziel.

Was war das schönste Kompliment, das du je für einen deiner Songs bekommen
hast?


Wenn Kinder es singen.

Die "Kunstfigur Peter Licht" versteckt sich noch immer irgendwie hinter
seinem Werk. Warum eigentlich?


Ich kann kein Versteck erkennen. Ich spiele viele Konzerte. Da steh ich ganz
unversteckt rum. Ich veröffentliche Musik. Der pure Vorgang des Veröffentlichens ist das Gegenteil zum Verstecken. Meine Stimme ist ohne Versteck. Meine Lieder auch. Sie sollen das sein, was sie sind, da bin ich überflüssig. Wer sollte "Ich" sein? "Ich" ist ohne Belang.

Welche deiner Textzeile darf auf ein T-Shirt gedruckt werden - und warum?

Alle, weil bedruckte T-Shirts sind in Ordnung.

Du hörst auf Musik zu machen, wenn ...

Die Töne ausgegangen sind.

___

Das Album "Melancholie und Gesellschaft" wird am 5. September via Motor erscheinen.

Peter Licht on tour.

15.08. Populario-Festival, Nardt    
19.09. Skala, Leipzig    
26.09. Reeperbahn-Festival, Hamburg    
03.10. Maxim-Gorki-Theater, Berlin    
04.10. Rex-Theater, Wuppertal    
05.10. Mouson-Turm, Frankfurt/M.    
09.10. Manufaktur, Schorndorf    
10.10. Kulturladen, Konstanz    
11.10. Karlstorbahnhof, Heidelberg    
17.10. WUK, Wien    
19.10. ARGE-Kultur, Salzburg    
20.10. Cinema Paradiso, St. Pölten    
24.10. Schlachthof, Bremen    
26.10. Lagerhalle, Osnabrück    
31.10. Moritzhof, Magdeburg    
01.11. Beatpol, Dresden    
02.11. E-Werk, Erlangen

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