Belgische Verbraucherschützer klagen gegen CD-Kopierschutz

Ein belgischer Verbraucherschutzverband Test-Achats hat in der vergangenen Woche die großen Plattenfirmen verklagt, da diese für ihre CDs einen Kopierschutz einsetzen. Laut Gesetz verstoße ein Kopierschutz gegen das Recht auf eine Privatkopie.

Bisher war zwar viel Murren, aber wenig Aktion gegen die Neuregelung des europäischen Urheberrechts zu vernehmen. Dort wurde nämlich das Recht verankert, dass Musikfirmen ihre Produkte gegen das Kopieren schützen dürfen. Jetzt wird zum ersten Mal gegen dieses Gesetz vorgegangen, da das Recht auf Privatkopie Vorrang vor den Interessen der Industrie habe.
"Wir versuchen, einen juristischen Präzedenzfall zu schaffen.", so der Sprecher des Kläger-Verbands, Mechels Ivo, laut Spiegel.de.

Tatsächlich verwalten immer mehr Menschen ihre Musik auf großen Festplatten oder MP3 Playern. Da ist es schon äußerst paradox, dass man gekaufte CDs nicht mehr auf moderne Speichermedien und Audio-Geräte überspielen darf und in die Illegalität gezwungen wird.

Im zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle soll noch in diesem Jahr über weitere Verschärfungen des Urheberrechts zugunsten der Musiklobby verhandelt und entschieden werden.

Es gibt aber auch einige Aktionen von Verbraucherseite. So hat die Computerzeitschrift c`t ein CD-Register eingerichtet, wo alle kopiergeschützten CDs mit genaueren Informationen über evtl. Probleme verzeichnet werden.

Die Aktion Privatkopie.net sammelt weiterhin Unterschriften für eine Petition gegen die Aufhebung des Rechts auf Privatkopie. Wobei solche Interent-Unterschriftaktionen in der Regel allerdings vollkommen wirkungslos bleiben.

Der einfachste und wirkungsvollste Protest, der Konsumenten zur Verfügung steht, ist keine kopiergeschützten CDs zu kaufen. Zahllose unabhängige Tonträgerfirmen verzichten bewusst auf einen Kopierschutz auf ihren CDs. Darunter übrigens fast alle im Tonspion vorgestellten Künstler. (ur)

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