Berlin Festival geht mit verkürztem zweiten Tag weiter (Update)

Sicherheitsprobleme zwingen Veranstalter zu drastischen Änderungen

Das Berlin Festival hat weiterhin die Pest an den Hacken. Auch beim fünften Anlauf gibt es massive Probleme, diesmal aufgrund des unerwarteten Besucheransturms auf den Hangar, in dem Fatboy Slim am Freitag Nacht auflegen sollte. Aus diesem Grund wurden alle Hauptbühnen am zweiten Tag bereits um Mitternacht geschlossen.

Es hatte so gut angefangen. Drei Hauptbühnen und zwei DJ-Floors, gutes Wetter, ein tolles Line-Up und diesmal sogar annehmbarer Sound in den beiden schwer zu bespielenden Riesen-Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Doch nach dem Ende des letzten Konzerts auf der Open-Air Hauptbühne (Editors), drängten die Zuschauer alle in Richtung Hangar 4, wo Fever Ray ihren bemerkenswert schrägen Auftritt absolvierte.

Doch die meisten Besucher kamen nicht mehr durch die Sicherheitsschleußen, mit dem der Zustrom in den Hangar aus Sicherheitsgründen begrenzt wurde. Schließlich musste man die Ausgänge des Hangars frei halten, um im Fall einer Panik genügend Platz zu haben.

Viele Besucher machten ihrem Ärger über die Sperrung lautstark Luft und laut Twitter spielten sich sehr unschöne Szenen mit Polizei und Ordnern ab. Als wenige Minuten später auch bei Caribou in Hangar 5 sich viele Leute draußen an der Schleuse drängeln mussten und der Hauptact Fatboy Slim erst noch bevorstand, beendete die Polizei in Absprache mit dem Veranstalter kurzerhand das Festival um 2:30 Uhr, um kein Risiko einzugehen. Offenbar hat die Katastrophe bei der Loveparade bei Polizei und Veranstaltern zu einer großer Verunsicherung geführt. Dabei ist die Veranstaltung im Vergleich zur Loveparade mit gerade einmal 20 000 Zuschauern, die alle im Vorfeld ihre Tickets gekauft hatten, eigentlich überschaubar und das Gelände des Flughafen Tempelhofs, von dem aus nach dem Krieg ganz West-Berlin versorgt wurde, riesig.

Für den zweiten Tag wurden zahlreiche Änderung im Line-Up bekannt gegeben. Alle Hauptbühnen schließen bereits um Mitternacht, um eine Massenbewegung von der einen zur anderen Bühne zu verhindern. Die Open-Air-Bühne muss offenbar aus Gründen des Lärmschutzes so früh schließen. Stattdessen geht es danach auf dem Festivalgelände Open-Air nur mit den Dancefloors weiter.

Bei Facebook und Twitter gibt es nun viele teils drastische Angriffe auf den Veranstalter, der übrigens auch das großartige und weitaus größere Melt!-Festival organisiert und damit keinesfalls als blutiger Anfänger bezeichnet werden kann. Es zeigt sich nun offenbar einfach die Schwierigkeit, mitten in der Hauptstadt ein großes Musikfestival mit zahlreichen Auflagen zu organisieren. Das einzige Problem an den Ereignissen gestern schien die Entscheidung, die Hauptbühne bereits um Mitternacht schließen zu müssen und das kann man nicht den Veranstaltern anlasten, sondern den Behörden. Die Stadt sollte sich überlegen, ob sie so ein Hauptstadt-Festival wirklich will oder nicht und entsprechende Hürden, die die Organisation eines solchen Events zum Glücksspiel machen, abbauen. Dass die Veranstaltung unterbrochen wurde, als die Situation nicht mehr beherrschbar schien, ist mit Blick auf Duisburg vollkommen richtig. Dass es soweit überhaupt kommen musste, ist jedoch für Außenstehende kaum nachvollziehbar.

Update: Aufgrund der Änderungen im Ablauf gab es am zweiten Tag keine Probleme mehr, der Publikumsstrom verteilte sich gleichmäßig auf drei Bühnen und das Festival konnte so mit den meisten Bands, wenn auch leicht verkürzt, mit Auftritten von Gonzales, Soulwax, Peaches oder Boys Noize über die Bühne gebracht werden.

Wer nicht alle Acts sehen konnte oder gar nicht vor Ort war, kann noch für kurze Zeit unsere kostenlose Compilation zum Berlin Festival runterladen. Einfach hier klicken und alle MP3s abholen.

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