Berlin Music Week zieht ins Berghain

Aus Berlin Music Week wird "Pop=Kultur"

Der Techno-Club Berghain wird immer mehr zum Nabel der Berliner Kulturszene. Nun zieht auch die Berlin Music Week in die Räumlichkeiten des ehemaligen Heizkraftwerks in Friedrichshain. Außerdem benennt sich die Popmesse in "Pop=Kultur" um.

Die Berlin Music Week wagt einen radikalen Neuanfang. Seit fünf Jahren findet die Fachtagung in Berlin statt, zunächst in der Kulturbrauerei und seit 2012 im Postbahnhof. Nun zieht sie unter neuem Namen und mit neuem Konzept nach nebenan in den legendären Technoclub Berghain.

In der riesigen Nebenhalle des Berghain fanden schon häufiger Veranstaltungen jenseits des regulären Clubbetriebs statt, unter anderem tanzte dort das Berliner Staatsballett, Lady Gaga präsentierte dort ihr letztes Album "Artpop", die Deutsche Grammophon diverse Klassik-Events und zuletzt veranstaltete das Berghain eine Ausstellung von befreundeten Künstlern zum 10-jährigen Jubiläum.

Top 10: Wie man garantiert NICHT ins Berliner Berghain kommt

2015 soll der Popkomm-Nachfolger unter dem neuen, gewöhnungsbedürftigen Namen "Pop=Kultur" ins Berghain ziehen und dort vom 9.-11. September auf allen Flächen von Panorama Bar über Club bis Garten in erster Linie die Berliner Musik-Szene präsentieren. So wird der Branchen-Kongress, dem zuletzt die Fachbesucher auszugehen schienen, zum Mini-Festival umgebaut. Kuratiert wird "Pop=Kultur" künftig von Christian Morin, der die Konzert-Agentur Headquarter Entertainment leitet und vor allem Tourneen von Independent Acts wie Peaches oder Swans organisiert.

Was der Begriff "Pop" genau damit zu tun hat, bleibt genau so offen, wie die Frage, ob es einen dreitägigen Event in Berlin braucht, um die Berliner Szene zu präsentieren, wenn diese Tag für Tag, Woche für Woche auf unzähligen Berliner Bühnen zu erleben ist. 

Es bleibt der Eindruck, dass Berlin hauptsächlich Touristen mit dem neuen Konzept anlocken möchte, was angesichts der stetig wachsenden Besucherzahlen in der Hauptstadt bisher auch ohne eine solche Veranstaltung eigentlich ganz gut funktioniert hat. 

Veranstaltet wird "Pop=Kultur" vom Musikboard Berlin, das vom Land Berlin mit einer Summe von 1 Million Euro pro Jahr finanziert wird, um "die Popmusikszene der Stadt zu unterstützen und ihre kulturelle und wirtschaftliche Strahlkraft zu stärken". Hoffentlich verlässt man sich dabei nicht nur auf die Strahlkraft des weltberühmten Technotempels.

Ob das Berlin Festival wieder als Teil der Music Week stattfinden wird, ist derzeit noch offen.

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