Besonic wird kostenpflichtig

Vor über drei Jahren hat Besonic seine MP3 Plattform gestartet, auf der Musiker ihre Musik vorstellen können. Finanziert wurde das ganze am Höhepunkt des Internet-Booms natürlich mit großzügigem Venture Capital. Jetzt geht offenbar auch Besonic das Geld aus. Jedenfalls sollen jetzt die Nutzer dafür zahlen, sich Musik herunterzuladen oder zu streamen.

Heute verschickte der Musikdienst Besonic an seine Nutzer eine E-Mail, in der man ankündigte, seinen Dienst in Kürze nur noch kostenpflichtig anzubieten. Dank der anhaltenden Werbeflaute und dem verstärkten Einsatz von Webwashern und anderen Werbefiltern auf Seiten der von Werbung angeödeten User ist ein aufwändiges Internet-Angebot heutzutage kaum noch zu finanzieren. Mit rund 2000 GB Datenmenge, die allmonatlich auf den Servern von Besonic zu Buche schlagen, hat man einen Batzen Fixkosten, den man nun auf die User umlegen möchte.

Deshalb sollen nun Flatrates eingeführt werden. Gegen eine monatliche Gebühr in bisher unbekannter Höhe soll man zukünftig den kompletten Service von Besonic in Anspruch nehmen können. Ob jemand aber überhaupt dafür zahlen möchte, um sich dann Musik von größtenteils unbekannten Bands ohne Plattenvertrag runterzuladen, ist die große Frage. Zumal sich auf Besonic hauptsächlich die Musiker, die Musik anbieten, tummeln dürften. Welcher Endverbraucher will und kann sich schon Unmengen von Hobby-Bands anhören?

Bisher sind kostenpflichtige Angebote ausserdem nicht gerade durch positive Zahlen aufgefallen. Der Download-Dienst Vitaminic räumte im vergangenen Jahr ein, dass die Kundenzahlen bei seinem Abo-Angebot noch im einstelligen Bereich liegen würden und man sein Geld hauptsächlich mit dem Verkauf von Inhalten verdiene. Doch professionell erstellte Inhalte, die man verkaufen könnte, sind bei Besonic im Unterschied zum redaktionell betreuten Konkurrenten Vitaminic kaum vorhanden. Die User erstellen ihre Inhalte weitgehend selbst. Es könnte also ein letzter Versuch sein, die angeschlagene Download-Plattform zu retten. (ur)

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