Besonic wird verkauft

Kaum hat Besonic seinen Betrieb auf kostenpflichtige Downloads umgestellt, da ist auch schon wieder Schluss mit dem MP3-Verkauf. Die Hamburger Musikplattform will ab sofort wieder alle Downloads kostenlos anbieten. Grund für den Richtungswechsel ist offenbar ein neuer Eigentümer.

Die Freude ist in diesen Tagen groß im Forum der Online-Musikplattform Besonic.com. Dabei klang der Brief, den Besonic vor wenigen Tagen all seinen Nutzern zuschickte, anfangs gar nicht so gut: "Unsere Vision, Musikproduzenten und Hörer über das Internet direkt zusammen zu bringen und mit der Promotion und dem Vertrieb von unabhängiger Musik kostendeckend zu wirtschaften, hat nicht die erhofften Früchte getragen", hieß es dort.

Doch schon im nächsten Absatz ließ man die Katze aus dem Sack: "Wir haben eine grundlegende Entscheidung getroffen: Wir werden die kommerziellen Konsumentenprodukte einstellen und die meisten damit verbundenen Einschränkungen wieder rückgängig machen!" Mit kommerziellen Konsumentenprodukten waren die erst vor kurzem eingeführten Änderungen gemeint, mit denen Besonic seine Nutzer wie auch Musiker für den Download von MP3s zur Kasse bitten wollte. So sollten Downloads 50 Cent pro Titel kosten, ein Monatsabo schlug mit 6 Euro zu Buche.

Doch offenbar gab es nicht genügend spendierfreudige Besonic-Freunde. Im Forum erklärt eine Mitarbeiterin dazu: "Das "Access Ticket" wurde zwar gekauft (auch wenn das viele nie erwartet hätten). Sogar die 30 und 90 Tage Tickets sind nicht schlechter verkauft worden, als die 24-Stunden Tickets. Aber es waren unter dem Strich eben doch zu wenige, um die Nachteile wieder auszugleichen."

Nun hat Besonic offenbar in letzter Minute einen Retter gefunden, der den Betrieb auch ohne Abos und Bezahl-Downloads sicherstellt. Die Firma sei komplett verkauft worden, heißt es dazu von Besonic. An wen? Dazu will man sich nicht äußern. Von dem neuen Eigentümer heißt es jedoch, er sei "Musik-, Equipment- und PC-Geschäft eine bekannte und vertrauenswürdige Größe." Gerüchte, dass es sich dabei um Sony handeln muss, wurden jedoch im Besonic-Forum dementiert. Bisher war Besonic maßgeblich von Bertelsmann finanziert worden. (jr)
Nachtrag: Beim Käufer von Besonic handelt es sich um den Soundkarten-Hersteller TerraTec Electronic, wie jetzt bekannt gegeben wurde.
Thema: 

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche News

Sind MP3.com und Co. für Musiker noch interessant?

Sind MP3.com und Co. für Musiker noch interessant?

Wer als Band Musik im Netz anbieten wollte, hatte dazu vor ein, zwei Jahren noch unzählige kostenlose Möglichkeiten. Mittlerweile schrauben immer mehr Firmen ihre Angebote zurück oder bitten ihre Nutzer zur Kasse. Jüngstes Beispiel: Der ehemalige Branchenprimus MP3.com.
Besonic wird kostenpflichtig

Besonic wird kostenpflichtig

Vor über drei Jahren hat Besonic seine MP3 Plattform gestartet, auf der Musiker ihre Musik vorstellen können. Finanziert wurde das ganze am Höhepunkt des Internet-Booms natürlich mit großzügigem Venture Capital. Jetzt geht offenbar auch Besonic das Geld aus. Jedenfalls sollen jetzt die Nutzer dafür zahlen, sich Musik herunterzuladen oder zu streamen.

Empfehlungen