BitTorrent Bundles: Musik über Filesharing verkaufen

Filesharing-Vertrieb bietet neue Freiheiten

Im letzten Jahr machte Thom Yorke mit einem außergewöhnlichen Vertriebsweg seines Soloalbums von sich reden: es war ausschließlich über den Filesharing Client BitTorrent erhältlich. Ab sofort steht dieser Vertriebsweg allen Musikern und Labels zur Verfügung. Wir zeigen, wie es geht.

Über das BitTorrent Protokoll werden Daten dezentral verteilt, das heißt jeder Rechner im Netzwerk ist gleichzeitig Server und gewährleistet so, dass Dateien schnell und sicher durchs Netz geschickt werden können, ohne auf einen zentralen Server angewiesen zu sein.

Bekannt wurde die Technologie zwar dafür, dass darüber auch illegal Filme und Musik im Netz durchs Netz geschickt werden, aber viele große Organisationen wie Facebook, Twitter, die NASA und sogar die brtische Regierung nutzen BitTorrent, um große Datenmengen möglichst schnell durchs Netz zu schicken.

Jetzt steigt die kalifornische Firma BitTorrent Inc. selbst groß ins Musik- und Filmgeschäft ein. Thom Yorkes Album-Bundle war erst der Anfang. Aktuell produziert BitTorrent seine erste eigene TV-Serie, die ausschließlich über Bundles vertrieben und finanziert werden soll. Und ab sofort kann jeder seine Musik als BitTorrent Bundle vertreiben.

Thom Yorke: 4,4 Millionen Downloads über BitTorrent

Bundles sind letztlich nichts anderes als "Alben" oder Dateiordner. Was darin zu finden ist, entscheidet der Publisher selbst. Genauso wie die Konditionen: anders als bei Apple und Co. hat man als Musiker vollkommene Freiheit, was man zu welchem Preis vertreibt. Ob das ein Film, Bilder oder Musik ist, ist dem Anbieter vollkommen freigestellt.

BitTorrent bietet grundsätzlich zwei Optionen: 

1. "Free": einzelne Songs oder Bonustracks kann man z.B. für lau anbieten, bzw. im Tausch gegen eine Mailadresse. So kann man sich nach und nach einen Fanclub mit Kontakten aufbauen und sein Bundle ohne Kosten bewerben.

2. "Paygate": übers Paygate kann man einfach einen Preis fürs Bundle festlegen. Thom Yorkes Album beispielsweise kostet 6 Dollar. Diplos "Best Of "F10rida" ist für 5 Dollar im Angebot.

Cannapower: Die legale Tauschbörse?

Thom Yorke hat 4,5 Millionen Exemplare seiner Bundles via BitTorrent abgesetzt, Diplo 2,1 Millionen.
Selbst wenn nur 10 Prozent das kostenpflichtige Bundle gekauft haben, ein Millionengeschäft für die beiden Künstler.

Der große Vorteil von Bundles gegenüber Apple, Amazon und Co.: neben der kreativen Freiheit Bilder, Videos oder sonstige Dateien ins Bundle zu packen, verlangt BitTorrent nur 10 Prozent des Erlöses. Apples Anteil liegt bei 30-40 Prozent und verschlingt somit einen großen Anteil. 

Auch wenn BitTorrent 170 Millionen Nutzer hat und damit größer als Spotify und Netflix zusammen ist, wird man aber als Künstler für sein Bundle trommeln müssen, denn natürlich wird es zunehmend Musik auf BitTorrent geben, so dass die Auswahl irgendwann riesig sein wird. Solche Schlagzeilen wie Yorke oder Diplo wird man künftig mit Bundle-Releases nicht mehr machen können. Um gute Promo und ein wenig Marketing-Budget wird man auch künftig nicht herum kommen.

ACHTUNG: Wir suchen professionelle Bands und Labels, die ihre Musik via BitTorrent vertreiben und über Tonspion promoten möchten. Meldet euch bei uns mit dem Stichwort "Bundle", um gemeinsam Erfahrungswerte zu sammeln und die neue Vertriebsplattform zu testen und weiter darüber zu berichten.

1. BitTorrent: Musik über Filesharing verkaufen
2. BitTorrent Bundles für Musiker: So geht's
3. 10 Gründe, warum BitTorrent das Musikbusiness verändern könnte

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz.

amazon music unlimited

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Ähnliche News

Thom Yorke spielt auf privater Gartenparty

Thom Yorke spielt auf privater Gartenparty

Radiohead-Sänger macht den Alleinunterhalter
Thom Yorke ist immer für eine Überraschung gut. Gestern tauchte er spontan auf der Gartenparty seiner reichen Nachbarn auf und spielte ein paar Songs auf der Akustischen. Die Gäste dürften ihn gar nicht gekannt haben. 
Thom Yorke: "Youtube stiehlt Kunst wie die Nazis"

Thom Yorke: "Youtube stiehlt Kunst wie die Nazis"

"Wo ist da der Unterschied?"
In einem Interview mit der Zeitung La Repubblica wanderte das Gespräch vom kommenden Radiohead-Album und Yorkes Soloalbum schnell zu den derzeitigen Verhältnissen innerhalb der Musikindustrie. Dabei waren auch die Rollen von Google und Youtube Thema.