The Black Keys hassen Michael Jacksons "Xscape"

Gemischte Reaktionen zum neuem Album des King of Pop

Das neue Michael Jackson Album "Xscape" hat - wie zu erwarten - sehr gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während viele Fans sich einfach freuen, "neue" Songs vom King of Pop zu hören, sind andere enttäuscht von der posthumen Ausschlachtung des Superstars.

Die heftigste Reaktion auf Michael Jacksons zweites posthumes Album kam von The Black Keys, deren neues Album "Turn Blue" am gleichen Tag wie "Xscape" erschien - und in dessen medialen Schatten etwas unterging. "It's some fucking bullshit that sucks so bad that it took them three years after he died to make it listenable", so Drummer Patrick Carney gegenüber dem Rolling Stone. Er vermutet, dass Sony-Chef L.A. Reid wohl ein neues Boot brauche.

Ein großes Geschäft ist das Erbe von Michael Jackson in jedem Fall. Rund 700 Millionen Dollar hat der Megastar nach seinem Tod eingespielt. Profitieren kann davon vor allem seine Plattenfirma Sony Music, mit der Jackson immer wieder auch auf Kriegsfuß stand, vor allem bei seinem Album "Invincible" von 2001 kam es zum öffentlichen Streit, denn Jackson fühlte sich massiv über den Tisch gezogen.

Auch Jermaine Jackson, der ältere Bruder von Michael, zeigt sich verärgert über das neue Album. Er fühlt sich und die Jackson-Familie hintergangen:
"Die Jackson-Familie hatte mit der Herstellung des Werkes nicht zu tun”, sagte er TMZ. Er findet, dass generell zu viel Musik nach dem Tod von Michael Jackson erscheint, was dessen Erbe gefährde. Andererseits hätte er sich aber vorstellen können, das Album mit seinen Geschwistern zu produzieren und damit die Jackson 5 noch einmal aufleben zu lassen.

Für die New York Times ist klar, warum Jackson die Songs von "Xscape" nie selbst veröffentlicht hatte: sie seien entweder einfach nicht so gut, wie das was er sonst veröffentlicht hatte oder Beispiele von Ideen, die er in anderen Songs besser auf den Punkt brachte. Trotzdem würden einige der von ihm verworfenen Songs andere Musiker stolz machen.

Review: Michael Jackson - Xscape (2014)

Einen weiteres wichtiges Argument gegen "Xscape" bringt ebenfalls die New York Times aufs Tablett: vermutlich wäre Michael Jackson noch viel mehr verärgert darüber, dass nun Demos von ihm veröffentlicht werden, als über die bearbeiteten Versionen von Top-Producer Timbaland. Jackson hatte oft Songs überarbeitet, um sie zeitgemäß und radiotauglich zu machen, doch als absoluter Perfektionist hätte er niemals unfertige Demos veröffentlicht.

Sicher gibt es auch viel positives Feedback über "Xscape", immerhin ist das Album bei Weitem besser als der posthume Schnellschuss "Michael", der kurz nach seinem Tod im Jahr 2010 auf den Markt geworfen wurde. Und die meisten Fans freuen sich einfach, Jacksons Stimme noch einmal in unbekannten Songs aus seiner großen Zeit zu hören. Doch es bleibt ein zwiespältiges Unterfangen, Musik nach dem Ableben eines Künstlers zu veröffentlichen, weil es seiner eigenen künstlerischen Vision letztlich nicht mehr gerecht werden kann.

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