Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis 2016

Update: Bob Dylan hat seine Teilnahme an der Verleihung abgesagt

Am 13.10.2016 gab die Jury des Nobelpreises bekannt, dass der diesjährige Preis für Literatur an Bob Dylan verliehen wird. Eine handfeste Sensation. Allerdings wird Bob Dylan nicht zur Verleihung erscheinen. Er habe bereits Pläne, ließ er der düpierten Akademie ausrichten.

Bob Dylan (Foto: Sony Music)
Foto: Sony Music

Mit dem Erhalt des Preises setzt sich Dylan gegen andere mögliche Preisträger wie den japanischen Schriftsteller Haruki Murakami und den amerikanischen Mit-Favoriten Philip Roth durch. 

Schon in der Vergangenheit wurde Bob Dylan mehrfach für seine Texte ausgezeichnet. Unter anderem gewann er vor einigen Jahren den Pulitzer-Preis für "lyrische Kompositionen von außerordentlicher poetischer Kraft".

Das Komitee, das die Preisträger jedes Jahr auswählt, besteht aus schwedischen Sprachforschern, Schriftstellern, Literaturwissenschaftlern und Historikern. Sara Danius begründet im Interview, die umstrittene Entscheidung, den Preis erstmals einem Musiker zu verleihen mit der Literaturgeschichte: Auch Homer und Sappho hätten ihre Texte für die musikalische Aufführung geschrieben, insofern befinde sich Bob Dylan in bester Tradition.

Sie verweist besonders auf sein Album "Blonde On Blonde" aus dem Jahr 1966, als herausragendes Werk der amerikanischen Kulturgeschichte. Seitdem habe sich der Künstler ständig weiter entwickelt. 

Der Literaturnobelpreis ist einer von fünf von Alfred Nobel gestiteten Preisen, die jedes Jahr "denen zugeteilt werden, die [...] der Menscheit in ihrem Bereich den größten Nutzen geleistet haben". Bereits seit Jahren wurde Bob Dylan als Anwärter gehandelt, doch dass er den wichtigsten Preis für Literatur heute erhielt, darf trotzdem als Sensation bezeichnet werden. Und als Affront gegen den elitären Literaturbetrieb, denn Bob Dylan hat nie Texte ausschließlich in Buchform veröffentlicht. Einige Schriftsteller drückten ihr Unverständnis für die Wahl aus. 

Dylan selbst hat sich bisher eher spärlich geäußert und seine Teilnahme an der Verleihung abgesagt. Er habe bereits andere Pläne. Vielleicht kommt an dem Abend ja was im Fernsehen oder er ist einfach auf seiner "neverending Tour" unterwegs, um die Menschen mit seiner Kunst zu unterhalten und nicht mit einer Rede. 

Wer seine Haltung nun lautstark kritisiert, hat keine Ahnung, wer Bob Dylan ist. Zeit seiner Karriere hat er sich nie vorschreiben lassen, was er zu tun hat oder wie man sich verhalten sollte. 

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