CD + DVD = DualDisc

Die Musikindustrie setzt auf ein neues Tonträgerformat
In Zeiten nachlassender CD-Verkäufe, aber ansteigender DVD-Absätze, liegt es gar nicht so fern, beide Formate zu kreuzen. Ob das Ergebnis sich bewähren wird, ist jedoch äußerst fraglich.

Bruce Springsteen hat sein neues Album ?Devils and Dust? Anfang dieser Woche ausschließlich im DualDisc-Format veröffentlicht. Dieses neue Format vereint CD und DVD auf einer Disc. Audio auf der einen, Video auf der anderen Seite.

Die Musikindustrie scheint große Hoffnungen auf das neue Format zu setzen, das eigentlich schon im Oktober letzten Jahres in den Handel kommen sollte - so sah es zumindest ursprünglich das Konsortium aus EMI, Universal, Warner und Sony BMG vor. Der Termin hat sich wohl auch deshalb verschoben, weil es Schwierigkeiten mit dem Patent gegeben hat. Denn ein Format namens ?DVD Plus? wurde bereits zuvor von einem deutschen Hersteller entwickelt, ist schon seit geraumer Zeit auf dem Markt und hat die gleiche Idee in die Praxis umgesetzt (u.a. Herbert Grönemeyers ?Stand der Dinge?). Mit der DualDisc scheint der neue Aufguss dieser Idee nun aber flächendeckend auf den Markt zu kommen ? Bruce Springsteens Album war wahrscheinlich erst der Anfang.

Doch wer braucht eigentlich das neue Format, dieses Hybrid-Medium? Zugeben: eine innovative Spielerei, aber eigentlich eher unpraktisch. Vielleicht hätte man das Geld für die Markteinführung anders investieren sollen. Bleibt abzuwarten, ob es Kompatibilitätsprobleme mit CD- bzw. DVD-Playern geben wird. Und dadurch, dass von beiden Seiten der so genannten Sandwich-CD Daten gelesen werden, sind beide Seiten eben auch gleich empfindlich. Ein echtes Manko ist zudem, dass aus technischen Gründen auf die Audio-Seite nur 63 Minuten Spielzeit passen und auch die Kapazität der DVD-Seite ist geringer als bei einer herkömmlichen DVD. Abgesehen davon, dass sich eine CD und eine DVD bisher auch ganz gut in einem Jewel Case unterbringen ließen.

Vielleicht kriegt man aber so endlich auch die Vinyl-Fetischisten auf die digitale Seite. Die DualDisc kann man nach dem ersten Durchgang schließlich umdrehen - ähnlich der guten alten Langspielplatte. (js)

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