CD-Kopierschutz: Sony will Kompromiss anbieten

In der anhaltenden Debatte um den CD-Kopierschutz, den alle großen Plattenfirmen flächendeckend einführen wollen, arbeitet Sony offenbar an einer Kompromisslösung: ein Kopierschutzschlüssel soll das Abspielen von geschützten CDs auf dem eigenen PC erlauben. Jede Vervielfältigung soll dann aber bezahlt werden.

Selbst die großen Plattenfirmen scheinen langsam einzusehen, dass ein genereller CD-Kopierschutz zwar das massenhafte Kopieren von CDs zumindest reduzieren könnte, in der Praxis aber auch negative Folgen haben kann. Denn wer sich eine CD kauft, will sie auch auf allen ihm zur Verfügung stehenden Geräten abspielen können. Bisher ist ein Abspielen von kopiergeschützten CDs auf dem heimischen Rechner oftmals nicht mehr möglich, was rechtlich nicht unumstritten ist und ausserdem vielen Käufern die Lust CDs zu kaufen endgültig vermiest.

Deshalb arbeitet Sony nach Informationen von heise.de derzeit an einem Kopierschutz, der zumindest dem Käufer das Recht einräumt, seine CDs am eigenen PC abzuspielen. Für den Gebrauch an anderen Rechnern soll dann aber zusätzlich eine Gebühr von rund 1.60 Euro pro Titel bezahlt werden.
Die CDs können nur mit einer speziellen Software abgespielt und kopiert werden, die gleich vom Konzern mitgeliefert wird.

Dieser angeblich "nutzerfreundliche" Kopierschutz soll bereits Anfang kommenden Jahres mit CDs aus dem Hause Sony auf den Markt kommen. Andere Labels sind laut Sony eingeladen ebenfalls diesen "Kopierschutzschlüssel" zu nutzen.
Doch auch andere große Plattenkonzerne nutzen bereits jeweils eigene Systeme zum Abspielen und Kopieren, so etwa die Universal-Downloadplattform popfile.de. Der Nutzer ist also möglicherweise bald gezwungen für jedes Musikstück einen eigenen Player zu installieren, um Musik hören oder kopieren zu können. Oder man verzichtet gleich ganz auf die umständliche und teure Kopierschutz-CD und holt sich seine Musik viel einfacher illegal und kostenlos aus dem Netz?

Das ganze klingt wie eine Fortsetzung der unendlichen SDMI ("Secure Digital Music Initiative")-Debatte, die von der gesamten Entertainmentindustrie vor Jahren gestartet worden ist, um gemeinsam an sicheren Downloadformaten zu arbeiten und aufgrund unterschiedlicher Interessen im Sande verlaufen ist: gestartet wie ein Tiger, gelandet wie ein Bettvorleger.
Ob diese erneute Minimallösung mit Extra-Schikane den Weg aus der Krise der Musikindustrie weisen wird? Man glaubt es kaum. (ur)

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