CIA folterte mit Musik von Westlife und Heavy-Metal Bands

Ein Mitglied der Boyband sieht das eher locker

Zugegeben: ein dezentes Schmunzeln ruft die Nachricht schon hervor. Die Geschichte dahinter ist aber eine Grausame.

Dass die CIA in Ländern im Nahen Osten gefoltert hat und womöglich noch immer foltert, ist spätestens seit den WikiLeaks-Offenbarungen bekannt. Der Bericht Out Of The Darkness gibt nun Einblicke, wie zwei Psychologen zusammen mit der CIA einen Folterplan konstruierten, in der die Boyband Westlife eine entscheidende Rolle spielte.

Danach soll dem Tansanier Suleiman Abdullah unter Androhung, er würde seine Frau nie wieder sehen, in ohrenbetäubender Lautstärke die Liebesschnulze "My Love" von Westlife vorgespielt worden sein.

Zur Folter freigegeben: Westlife - My Love

Westlife ist dabei nicht die erste bekannte Band, deren Musik zu Folterzwecken eingesetzt wurde. Auch den Red Hot Chili Peppers wurde die gleiche, äußerst fragwürdige Ehre zuteil.

Red Hot Chili Peppers als Folter-Musik: Reaktion von Bassist Flea

Wenig empathisch hat sich mittlerweile ein Westlife-Mitglied zur Sache geäußert. In fast scherzhafter Manier sagte er gegenüber The Irish Mirror, dass es wohl keine zwei Stunden dauerte, bis sie Abdullah mit diesem Song gebrochen haben. Er versuche trotz der geschehenen Dinge die Sache nicht so ernst zu nehmen - es sei nun einmal wie es sei. Sympathiepunkte sammelt der einstige Teenie-Schwarm damit sicher nicht.

Verhaftet wurde der Fischer aus Tansania 2003 unter dem Vorwand, er sei eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Amerika. Neben dem Westlife-Song wurde er zudem mit Musik diverser, nicht näher benannter Heavy Metal-Bands gefoltert.

Hinzu kamen Dunkelheit, Eiswasser, Schläge, Schlafentzug und er wurde mit dem Kopf nach unten an den Beinen aufgehangen. Ganze fünf Jahre dauerte diese Tortur, bevor Suleiman Abdullah 2008 als gebrochener Mann frei gelassen wurde.

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