Confuoco soll MP3-Filesharing legal machen

Fraunhofer Institut arbeitet an P2P-Tauschbörse
Die Entwicklungen des Fraunhofer Institus sorgen öfter mal für Furore, so etwa mit der Erfindung von MP3. Jetzt entwickelt das renommierte Institut eine Tauschbörse, die ohne DRM-Technologie auskommen und doch legal sein soll.

Das Problem an unterschiedlichen Audioformaten und Rechtemanagement-Technologien ist bekannt: die meisten MP3-Player spielen nur bestimmte Files ab und sind mit anderen wieder unkompatibel. Dem möchte das Fraunhofer Institut mit seiner Tauschbörse Confuoco Rechnung tragen.

Auf Confuoco sollen ausschließlich legale Inhalte von den Rechteinhabern bereit gestellt werden. Zunächst muss sich jeder Nutzer einmalig registrieren und kann damit vom System identifiziert werden, sollte er versuchen, illegale Inhalte zu verbreiten. Außerdem sollen die Dateien zwar mit jedem System kompatibel sein, aber nicht beliebig verbreitet werden dürfen. Deshalb wird bei jedem Upload einer Datei per digitalem Wasserzeichen geprüft, ob der Rechteinhaber dies so vorgesehen hat. Außerdem soll es ein Sicherheitssystem geben, dass die Nutzer warnt, sollte er kritische Aktionen durchführen, mit denen er eventuell rechtliche Grenzen überschreiten würde.

Zwar nutzt die Mehrzahl der Nutzer Tauschbörsen sicherlich, weil es dort ausschließlich kostenlose Files gibt, doch eine legale Tauschbörse, die einerseits die Rechte der Urheber, andererseits aber auch die Interessen der Nutzer berücksichtigt, könnte für die heftig umstrittene P2P-Technologie einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft bedeuten.

Ob und wann die Technologie eingesetzt werden kann, ist noch nicht klar. Derzeit sucht das Fraunhofer Institut noch nach Partnern aus der Wirtschaft, die das Projekt in die Tat umsetzen. (ur)

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