Das Ende einer historischen Institution

CBGB schließt seine Pforten in NYC
Nach vielen Gerüchten und Spekulationen ist es nun am 15. Oktober soweit: der legendäre New Yorker Club CBGB wird nach 33 Jahren geschlossen. Warum? Angeblich wegen der drastischen Mieterhöhung von 19.000 auf 35.000 US-Dollar pro Monat. Nachdem den Betreibern zunächst Aufschub bis Ende Oktober gewährleistet wurde, plant Besitzer Hilly Kristal nun doch früher mit dem kompletten Club nach Las Vegas umzuziehen.

Dieser Club, dessen kompletter Name CBGB OMFUG, was für "Country, Bluegrass, and Blues and Other Music For Uplifting Gormandizers" steht, kann als Keimzelle des Punks und Punkrocks betrachtet werden. Aus diesem Laden heraus entsprang der Punkrock, der sich dann nach England ausbreitete, wo er dann populär und bekannt wurde. Nun hat das CBGB also seine legendären Pforten im East Village Manhattans endgültig geschlossen; Pforten, hinter denen so manch eine Musikerkarriere ihren Anfang nahm, wie die von Blondie, Ramones, Television, Talking Heads, The Police und vielen mehr.

Zu diesem Anlass erwies Patti Smith, die ebenfalls durch regelmäßige Auftritte im CBGB Mitte der 70er berühmt wurde, dieser historischen Institution vor Ort die letzte Ehre - und ihre Worte könnten treffender gar nicht sein: "Although we mourn the closing of CBGB, we should remember CBGB, not merely as a place. It is a state of mind." Sie zeigte sich vor ihrem Konzert vor dem Club, um wie hunderte von Fans ein letztes Erinnerungsfoto von dem Club zu schießen, der inzwischen weltweit zahlreiche Nachahmer gefunden hat. Im Konzert ließ Patti Smith über 30 Jahre CBGB Revue passieren und präsentierte neben eigenen Werken auch Songs von den Ramones, Blondie und anderen Weggefährten.

Bereits heute soll der Abbau beginnen, um im Frühjahr nächsten Jahres die Eröffnung des originalgetreu wieder aufgebauten Clubs am neuen Standort zu feiern. Ob der Club wirklich in Las Vegas sein neues Zuhause findet oder Dank der enormen Presseressonanz der letzten Tage doch noch eine New Yorker Lösung gefunden wird, ist derzeit noch offen. New York wäre für Kristal jedenfalls weiterhin die erste Wahl, wenn die Mieten denn für eine so kleine Keimzelle alternativer Kultur erschwinglich wären. Ein kleiner Trost vielleicht dass er überhaupt weitermachen will, aber den Flair und die Geschichte dieses historischen und legendären Clubs wird man vermutlich nicht in den Umzugswagen bekommen, sondern für immer in der Bowery Street zurücklassen müssen. (bb)

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