In den Kinos: "9 To 5 Days In Porn"

Gute Musik zu einer gelungenen Dokumentation

Hinter der Pornobranche steckt eine enorme Industrie. Die Mechanismen dahinter und vor allen Dingen den konkreten Alltag am Drehtag zeigt Regisseur Jens Hoffmann in seinem Fim. Begleitet von einem hörenswerten und stimmigen Soundtrack.

Ein Blick hinter die Kulissen der Arbeit von internationalen Topstars der Szene wie Belladonna, Sasha Grey oder Audrey Hollander bietet der gut gemachte Film des Münchener Regisseurs. Dabei wird deutlich, was der nicht-naive Zuschauer bereits ahnte: Pornografie auf professionellem Niveau ist ein hartes, unschönes Business, in dem insbesondere die beteiligten Darstellerinnen psychologisch einiges verarbeiten müssen. Und manche auch nach ihrem Ausstieg noch leiden.

Anderseits wird auch herausgestellt, dass Verantwortung innerhalb der Branche nicht zwangsläufig ein Fremdwort sein muss. Auch sind es nicht wenige Darsteller(innen), die ihren Einstieg ins Geschäft ganz und gar nicht bereuen, sondern in dem für manche lukrativen Business ihre (vermeintliche) Erfüllung gefunden haben.

Also ist "9 To 5 Days In Porn" ein Film, der aus möglichst neutraler Perspektive die hochgradig komplexen Fakten und Gefühle der toughen amerikanischen Pornoindustrie dokumentiert. Er macht keine Werbung für die Industrie, moralisiert aber auch nicht.

Dass die Bilder von der richtigen Musik begleitet werden, u.a. von Who Made Who, Martina Topley Bird oder Rinocerose ist zudem ein nicht unwesentlicher Bestandteil, der dieses Werk zu einer wirklich sehenswerten Dokumentation macht, die derzeit in den Kinos zu sehen ist.

 

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