"Der einflussreichste DJ der Welt"

Vor einem Jahr starb der legendäre Radio-DJ John Peel
Mit einer Reihe von Tribute-Konzerten gedachte vergangene Woche die Creme de la Creme der Independent-Welt dem "Pate des Pop-Underground". Eine Tribute-Single erscheint demnächst.

Am 25. Oktober 2004 verstarb der der legendäre Radio-DJ John Peel überraschend im Alter von 65 Jahren während eines Urlaubes in Peru an einem Herzinfarkt. Mehr als 40 Jahre hatte er für BBC 1 seine Night-Show gestaltetund mit den Peel-Sessions zahllosen Bands eine Plattform geboten. Die Karrieren von David Bowie, Joy Division, The Fall und den White Stripes wären ohne das Zutun des Star-DJs zweifellos anders verlaufen. Vielen galt John Peel als der einflussreichste DJ der Welt. "Er hat mich dazu inspiriert Musik zu machen", erinnerte sich Pulp-Sänger Jarvis Cocker gerührt in einer Grußbotschaft zum Todestag.

Die BBC erklärte den vergangenen Donnerstag, der gleichsam der Jahrestag der letzten Sendung Peels war, zum "John Peel Day". In mehr als 500 Konzerten rund um den Erdball gedachten Indie-Bands dem verstorbenen Disj-Jockey. New Order, The Fall und Super Furry Animals eröffneten bereits am Mittwoch in der Queen Elizabeth Hall in London den Tribute-Reigen. Mogwai, The Anti Nowhere League, Dreadzone und viele andere folgten in weiteren Städten von Glasgow bis Adelaide.

Radio 1 strahlte am Donnerstag ein sechs-stündiges Programm in Gedenken an John Peel aus, das neben Highlights aus den Peel-Sessions, darunter Nirvana, Blur, Nick Cave und My Bloody Valentine, auch Mitschnitte und Grußbotschaften von den Tribute-Konzerten beinhaltet. Demnächst erscheint auch eine von Peel-Sohn Tom Ravenscroft initiierte Tribute-Single, auf der unter anderem Who-Sänger Roger Daltrey, Led-Zeppelin Gitarrist Robert Plant und Pete Shelley von den Buzzcocks zu hören sein werden.

Ohne John Peel würde es Begriffe wie "Indie" oder "Alternative" vermutlich gar nicht geben, war in den zahllosen Nachrufen im vergangenen Jahr zu lesen. Auch der Tonspion wäre eigentlich undenkbar ohne Peels Inspiration. Sein Geschmack blieb aber bis zuletzt eklektisch. Das musikalische Spektrum seiner Shows reichte von japanischen Punk-Rock und Death Metal bis hin zu Drum`n`Bass und Techno. Unkonventionell war Peel auch bei der Auswahl seiner Platten.
In einem Interview gestand die DJ-Legende einst: "Ich muss leider zugeben, dass bei der ersten Sichtung eines CD-Stapels viele meiner Kriterien ausgesprochen kindisch sind. Wenn die Musiker lustige Hüte tragen, landen sie sofort ? ganz weit unten im Stapel." (dax)
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