Die besten Plattenspieler bis 500 Euro

Es dreht sich wieder im Wohnzimmer

Viele Plattenspieler aus der Hochzeit des Vinyls haben seit Jahren den Geist aufgegeben. Auf dieser Liste zeigen wir, dass eine Neuanschaffung nicht immer in die Tausender gehen muss.

Gute Plattenspieler waren immer teuer. Schließlich sind sie nicht nur einfache digitale Lese- , sondern hochkomplexe analoge Abtastgeräte. So hat die Auswahl des richtigen Plattenspielers mit dem richtigen Tonarm, Nadel und Plattenteller enormen Einfluss auf den Klang der eigenen Lieblingsplatte. Ein Umstand, der unter Vinyl-Liebhabern unbedingt gewünscht wird, aber auch gewisses Vorwissen bei der Anschaffung vorraussetzt.

Fest steht: Dank modernen Lagertechnologien und ausgereifteren Herstellungsverfahren für die einzelnen Komponenten müssen die Plattendreher schon lange kein Vermögen mehr kosten. So laufen beispielweise die Motoren nahezu aller modernen Plattenspieler auf stabiler Drehzahl (kein Leiern) und erzeugen – bei korrekter Erdung des Spielers – auch kein nerviges Hintergrundbrummen.

Hier unsere Liste mit den besten Plattenspieler von 100 Euro - 500 Euro:

100 Euro - Dual DT 210 USB

Der Dual DT 210 USB ist der perfekte Plattenspieler für Einsteiger und Gelegenheitshörer. Mit der voreingestellten Auflagekraft des Tonarms, der automatischen Funktionen zum Aufsetzen der Nadel und dem automatischen Stoppen der Platte bietet er die ultimative Plug&Play-Lösung für diejenigen, die gerne mal eine Platte auflegen, aber keine große Wissenschaft daraus machen wollen. Durch den integrierten Vorverstärker kann der DT 210 auch einfach an eine herkömlichen Line-In-Anschluss angeklemmt werden und benötigt keinen seperaten Phono-Eingang.

Außerdem ist der Spieler optimal für die, die möglichst günstig ihre alte Plattensammlung digitalisieren wollen. Das ist mit dem integrierten USB-Anschluss und einem standard Aufnahmeprogramm auf dem PC einfach machbar. Mit dem günstigen Magnet-Tonabnehmer bietet der Spieler einen soliden Klang ohne großen Wow-Effekt. Mehr als das sollte man für 100 Euro aber auch nicht erwarten.

200 Euro - Dual DTJ 301.1 USB

Auch für 200 Euro kann Dual überzeugen. Der DTJ 301.1 bietet wie der DT 210 die Möglichkeit an einen Line-Anschluss gestöpselt zu werden. Und auch er verfügt auch über den USB-Anschluss. Allerdings verzichtete Dual hier auf den Einbau einer Stopp- und Start-Automatik und der Plattenspieler muss vor der ersten Benutzung selbst eingerichtet werden.

Dafür eignet sich der DTJ 310.1 prinzipiell schon für die ersten DJ-Gehversuche. Mit dem Direktantrieb und der elektronischer Bremse am Teller können die Platten innerhalb von einer Sekunde angehalten und wieder gesartet werden. Außerdem hat der Spieler die Möglichkeit die Abspielgeschwindigkeit um + oder - 10% zu verändern. Mit der Nadelbeleuchtung ist das rein theoretisch sogar unter echten Clubbedingungen möglich. Klanglich gibt es auch hier nichts zu meckern – aber auch nichts hervorzuheben.

300 Euro - Rega RP 1

Der Rega RP 1 ist der erst Plattenspieler in dieser Liste, der nicht funktional sondern hauptsächlich ästhetisch ist. Keine Regler, keine Spielerein, sondern nur der Plattenteller, der Power-Schalter und der Tonarm sind bei der Draufsicht auf den Spieler zu sehen. Er kommt mit einem hochwertigen Alu-Tonarm und einem sehr soliden Rega Carbon MM-Tonabnehmersystem. Damit ist ein guter Klang gesichert.

Dafür verzichtet Rega auf alles andere. Zum Umstellen der Geschwindigkeit muss der Teller vom Spieler genommen und der Antriebsriemen eigenständig umgelegt werden. Außerdem gibt es keine Automatik zum Starten oder Stoppen der Platte, sondern lediglich eine Absenkhilfe um ein zu hartes Aufsetzen der Nadel zu vermeiden. Das der Hersteller dabei von seiner Qualität überzeugt ist, zeigt die zehnjährige Garantie, die es auf alle Modelle gibt.

400 Euro - Pro-Ject Debut Carbon

Pro-Ject verfolgt mit der Debut Carbon-Reihe eine sehr ähnliche Strategie, wie es auch Rega mit dem RP 1 tut. Sie setzten auf eine minimalistische Optik in sieben verschiedenen Hochglanzfarben und lassen jegliche (überflüssige) Bedienungshilfen weg. Dafür kommen die Spieler von Pro-Ject mit einem extrem leichten und hochwertigen Tonarm aus carbonfaserverstärktem Kunststoff und einem hochwertigen 2M Red-Tonabnehmersystem von Ortofon, das extrem einfach mit noch besseren Nadeln aufgerüstet werden kann.

Als optionale Zusatzfeatures für kleine Aufpreise gibt es den Debut Carbon auch mit USB-Anschluss zum Digitalisieren der eigenen Platten oder einem Acrylteller, der die manchmal nervigen Filzmatten, die auf Metalltellern benötigt werden, überflüssig macht und dem Sound nochmal etwas mehr Brillianz verleiht.

500 Euro - Thorens TD 206

Auch beim Design des Thorens TD 206 gilt die Devise, dass weniger manchmal mehr ist. Es gibt den Plattenspieler in drei Hochglanzlackierungen und zwei edlen Holzfinishs. Auf der Oberseite befindet sich lediglich der Power-Schalten, eine Wippe zum Wählen der Abspielgeschwindigkeit und eine Anzeige für eben diese. Der Plattenteller besteht zur Hälfte aus Acryl und Aluminium, wodurch die klanglichen Vorteile beider Materialien ausgenutzt werden können.

Thorens stattet den TD206 mit einem sehr hochwertigen Tonarm aus Aluminium und einem ebenso guten MM-Tonabnehmersystem aus. Das besondere an diesem Modell ist allerdings die extreme Freiheit die man mit dem Kauf bekommt. Alles ist individuell einstellbar. Von der Spannung des Antriebsriemens bis zum Winkel, mit dem die Nadel in die Rille der Platte taucht. Dadurch kann der Spieler perfekt an die eignen Anforderungen und Gegebenheiten angepasst werden und eine spätere Aufrüstung mit einem neuen Tonarm oder Nadel-System ist ohne Probleme möglich.

Fazit:

Alle Plattenspieler dieser Liste klingen mindestens solide. Wer sonst nur MP3s hört, wird vom Klang des Lieblingssongs auf allen Modellen mehr als überrascht sein. Da Vinylhören aber mittlerweile nicht mehr nur eine Entscheidung für einen besseren Sound ist, sondern oft auch eine Art des Lifestyles widerspiegelt, ist das Design des eignen Plattenspielers oft von ernormer Wichtigkeit. 

Wer also einfach nur mal eine Platte auflegen mag oder die alte Sammlung endlich auch in iTunes verwalten können will, ist mit den Modellen von Dual gut bedient. Wer aber auch die Ästhetik des Plattenhörens für sich entdeckt hat und gerne eine schön anzuschauende und gut klingende Möglichkeit für das Abspielen der eignen LPs sucht, der ist wohl mit dem Riga oder dem Pro-Ject besser beraten.

Der Thorens TD 206 richtet sich dagegen schon wieder mehr an echte Hi-Fi-Fans, die gerne auch mal basteln und mit verschiedenen Setups versuchen den besten Sound aus der heimischen Anlage herauszukitzeln.

Der Autor Chris Umbach ist Gründer des Musikblogs Reissnadel.

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