Die Sound-Brücke

MP3 Netzwerkplayer für Hifi-Enthusiasten

Es sind oft die kleinen Dinge, die im Alltag Freude machen. Das kann ein neuer MP3-Player sein. Oder eine Alu-Dose, die den PC kabellos an die gute, alte HiFi-Anlage andockt. Hifi-Freund und MP3-Kenner Walter Gröbchen über die Vorzüge des MP3 Netzwerkplayers Roku.

Pontis - dieser Name rief augenblicklich Erinnerungen wach. Denkwürdige Erinnerungen. Geben Sie einfach mal in Google die Stichworte "Pontis" und "Gröbchen" ein, und Sie werden sehen, was ich meine. Einen Artikel aus der Hamburger "Zeit" aus dem Herbst 1998, der sich - wohl als einer der ersten im deutschsprachigen Raum - mit dem damals recht neuen und für viele noch nie gehörten Stichwort MP3 beschäftigte. Es war auch meinerseits die erste Recherche und journalistische Konfrontation mit einem wachsenden Phänomen. "Die Wirkung, die von diesem Konzept ausgeht", zitierte ich damals das Avantgarde-Magazin de:bug (und eigentlich den MP3-Erfinder Karl-Heinz Brandenburg, wie er mir unlängst erklärte), "ist nur mit der Entdeckung der Kernspaltung vergleichbar".

Sätze, über die etwa mein damaliger Chef Heinz Canibol, ein gestandener Musik-Manager, nur den Kopf schüttelte. MP3? Wie zur Hölle sollte ein Datenreduktionsalgorithmus von und für Computer-Nerds die mächtige, prächtige, unsinkbare Musikindustrie gefährden? Wohlgemerkt: von Napster und Kazaa, von Peer-To-Peer, Downloads, iTunes und iPods war damals noch lange nicht die Rede. Aber der angejährte "Zeit"-Artikel hat, bis auf ein paar Details, recht behalten. Schon anno `99 löste, hoppla!, MP3 "Sex" als häufigsten Internet-Suchbegriff ab. Nun: ich will mich ja nicht im Nachhinein wichtig machen, aber ein paar Herren - in den oberen Etagen von Sony, Philips, Universal oder Bertelsmann etwa - hätten damals schon ein bisserl mehr Aufmerksamkeit und Weitsicht zeigen können für das geschmalzene Honorar, das man ihnen Monat für Monat auf ihr Konto schaufelte.

Da wär` sich locker auch ein Pontis-MP3-Player ausgegangen, den man sich zu Test- und Erkenntniszwecken hätte zulegen können, sollen, müssen. Pontis, eine kleine Regensburger Firma rund um den Ingenieur und Geschäftsführer Erich Böhm, war damit der erste Hersteller und Anbieter auf dem deutschsprachigen Markt. Nur in den USA bei Diamond Multimedia war man mit dem "Rio" noch fixer... Zeitsprung: Böhm wurde nicht wirklich reich mit seiner Firma, er mußte später auch asiatische Hardware importieren und kleine Brötchen backen, hat sich dabei aber seine Aufmerksamkeit und Entdeckungsfreude bewahrt. Denn dieser Tage stieß ich wieder auf die Firma Pontis. Im Zusammenhang mit den exzellenten Produkten von Roku, einem Anbieter sogenannter "Netzwerk-Player", die von Böhm & Co. exklusiv in Europa vertrieben werden.

Was können diese Dinger? Kurzgesagt: über eine Kabel- oder Funkverbindung (Ethernet bzw. WLAN) etwa auf das Musikarchiv eines Computers oder Festplatten-Players im Arbeitszimmer zugreifen und sie z.B. über die etwas ins Abseits geratene, aber immer noch höchstklassige Stereoanlage im Wohnzimmer wiedergeben. Inklusive Titelanzeige, Fernbedienung und komfortablen Playlisten-Zugriffs.

Das mag jetzt wenig revolutionär klingen. Aber, ich sag`s ihnen freimütig: wenn man eine solche "SoundBridge" einmal sein eigen nennt, mag man sie nicht mehr hergeben. Sie vermählt den Computer-Nerd mit dem HiFi-Enthusiasten. Den iTunes-Freak mit dem Couch Potatoe. Den Modernisten mit dem Traditionalisten. Hier wird eine - höchst funktionale und längst notwendige - Brücke geschlagen zwischen alten und neuen Musikwelten. Dabei können die eleganten Roku-Aludosen - siehe www.pontis.de - weniger als viele andere Net Devices und Media Server, die Ihnen gern auch Fotos oder Videos andienen. Aber das dafür perfekt. Musik pur, auf der Höhe der Zeit. Immer noch - und lange noch - im Format MP3.
(Walter Gröbchen)

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