Digitales für Club- und Heim-DJs

Vinyl wurde schon vor zwanzig Jahren der Tod vorhergesagt. In der Nische hat es trotzdem überlebt – nicht zuletzt wegen der durch elektronische Musik angetriebenen Renaissance der DJ-Kultur. Nun wollen einige Labels DJs und Electronica-Fans an digitale Download-Formate gewöhnen.

So verkündet das US-Label Tommy Boy Entertainment in diesen Tagen, in einer Zusammenarbeit mit der Firma Visisonic demnächst eine Download-Plattform speziell für DJs eröffnen zu wollen. DJXPress soll das Kind fesch heißen, und seinen Nutzern will es den Zugriff auf tausende von 12?-Singles geben. Nur eben als Download. Als kopiergeschützter Download, um genau zu sein. Die Dateien sollen sich mit Visisonics PCDJ-Software abspielen und mischen und zudem auch begrenzt auf CDs brennen lassen.

Dabei will DJXPress nicht einzelne Songs zum Download anbieten, sondern so genannte Mixpacks ? sozusagen das digitale Äquivalent zur Maxi. Jedes Mixpack soll drei verschiedene Versionen eines Songs beinhalten, um das Mixen und Remixen zu vereinfachen. Was allerdings mit Tracks passiert, von denen keine drei Versionen existieren, gaben die beiden Firmen nicht bekannt.

Digitale DJs werden sich möglicherweise aber noch mehr über eine aktuelle Meldung des britischen WARP-Labels freuen. Die Plattenfirma, die unter anderem den Boards of Canada und Autechre eine Heimat gibt, will im Dezember damit beginnen, ihren gesamten Back-Katalog im MP3-Format zu verkaufen. Eine eigens dafür kreierte Website namens Bleep.com steht offenbar kurz vor der Einweihung.

WARP lässt keine Zweifel aufkommen, warum man sich gegen den iTunes Music Store und für ein ungeschütztes Format wie MP3 entschieden hat: ?Bleep.com wird die schnellste und einfachste Methode sein, Warp-Musik aus dem Netz zu laden. Anders als P2P-Tauschbörsen oder iTunes zwingt es seine Nutzer nicht dazu, proprietäre Software zu installieren, um auf die MP3s zuzugreifen.? (jr)

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