Dotmusic eröffnet Download-Service

Woran in Deutschland noch unter Hochdruck gearbeitet wird, hat das britische Internet-Musikportal Dotmusic.com soeben geschafft: einen kommerziellen Downloadservice unter Beteiligung (fast) aller großen Plattenfirmen zu eröffnen.

Der Internet-Dinosaurier Dotmusic.com hat es jetzt als einer der ersten unabhängigen europäischen Anbieter geschafft, Musik aller Plattenkonzerne - mit Ausnahme von Sony Music - zu lizenzieren und in seinem neuen Downloadabo anzubieten. Für rund 15 Euro im Monat (also ungefähr den Preis einer CD) können sich die Abonnenten beliebig viele der 150 000 angebotenen Titel in einem geschützten Format herunterladen.
Als Einführungsangebot darf die heruntergeladene Musik kostenlos auf 10 CDs verteilt und gebrannt werden. Wer sich danach weiterhin seine Musik gleich brennen oder auf einen portablen MP3 Player überspielen möchte, muss noch mal pro Titel einen Betrag nachzahlen. Wie hoch dieser Betrag genau ist, lässt sich dem Angebot auch bei genauerem Hinschauen nicht entnehmen.

Und noch einen Haken des "unbeschränkten" Musikangebotes liest man erstaunt erst im Kleingedruckten: wenn man das Abo nicht mehr haben möchte, werden alle bis dahin heruntergeladenen Musikstücke ungültig und sind nicht mehr abspielbar. Das ist ungefähr so, wie wenn ich eine CD im Plattenladen kaufe, sie aber wieder zurückbringen muss, wenn ich nicht jeden Monat eine CD dort erwerbe. Die Musik wird also de facto nicht erworben, sondern nur ausgeliehen. Und dann relativiert sich der scheinbar günstige Preis für ein unbegrenztes Download-Volumen schnell wieder.

Bereits im Sommer will die deutsche Musikindustrie ein eigenes Downloadabo unter Beteiligung aller großen Player anbieten, das wohl ganz ähnlich gestrickt sein dürfte. Ob die Kunden so ein Angebot brauchen und annehmen, wird sich vermutlich erst hinterher herausstellen. (ur)

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