Download-Shops: feine Tunes bei Finetunes.de

Noch bevor der Phonoverband bei der Cebit mit großem TamTam seinen Downloadshop Phonoline offiziell eröffnete, ist ein kleinerer Anbieter nach vorne geprescht und hat ohne Bundeskanzler oder Popsternchen seinen Download-Dienst ins Rennen geschickt: Finetunes bietet Musik für gehobene Ansprüche und einige interessante Features.

Die aktuellen Charthits wird man bei Finetunes vergeblich suchen. Wer gut auf diese verzichten kann und sich seinen Musikgeschmack nicht vom Fernsehen diktieren lässt, könnte bei Finetunes allerdings fündig werden.

Finetunes bietet hauptsächlich Musik von namhaften Independent Labels und kann daher vieles, was die chartsdominierten großen Download-Shops nicht bieten können.

Zum Beispiel kann man sich die erworbenen Songs im .ogg Format auf die Festplatte speichern (sofern das Label dies gestattet). Außerdem haben die Finetunes-Macher großen Wert darauf gelegt, dass man nicht nur über Windows, sondern auch über MAC oder Linux auf Finetunes zugreifen kann. Neben einzelnen Tracks kann man sich auch einfach ganze Alben inklusive Artwork ins virtuelle Plattenregal laden.

Wieviel die einzelnen Tracks kosten und welche Einschränkungen über das integrierte Digital Rights Management den Tracks mitgegeben werden, entscheiden die Labels selbst. Erste Tendenz: die Indies tendieren dazu wenig Einschränkungen zu machen, allerdings sind die Preise bei durchschnittlich EUR 1.20 pro Track nicht eben niedrig.

Finetunes begründet die Preise mit den nach wie vor horrenden Forderungen seitens der GEMA für kostenpflichtige Musikdownloads und mit dem enormen technischen Aufwand, den so eine Plattform bedeutet. Und natürlich wollen die Labels und Musiker in Zeiten magerer Umsätze auch ein Stück vom Download-Kuchen abhaben. Die Preise soll der Markt früher oder später von selbst regeln.

Finetunes macht insgesamt einen guten und stabilen Eindruck. Natürlich gibt es noch einige Kinderkrankheiten hinsichtlich der Usability zu beseitigen, aber selbst für Einsteiger ist es relativ einfach, sich nach Angabe der Kontodaten und dem Kauf der sogenannten Credits, die gewünschten Songs oder Alben herunterzuladen. Finetunes bietet ausserdem für alle verfügbaren Tracks 30 Sekunden Ausschnitte in guter Qualität an, so dass man sich vor Kauf in die Musik einhören kann.

Das angebotene Repertoire von Labels wie Buback, Groove Attack, Grand Hotel Van Cleef, Kitty-Yo, Nonplace, Tapete, Ware, Wonder oder Yo Mama/Four Music ist noch recht überschaubar, dafür qualitativ hochwertig.

Mit seiner Spezialisierung auf unabhängige Labels und Musiker hat Finetunes in enger Zusammenarbeit mit dem Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen einen einen ersten, wichtigen Schritt gemacht, um neben den diversen Chartsanbietern auch "andere" Musik im Netz vertreiben zu können und könnte sich somit zur modernen Version des guten alten Mailorders entwickeln. Wir sind gespannt.

Die Finetunes-Software kann kostenlos auf der Homepage heruntergeladen werden. Sogenannte "Credits" mit denen man die Songs bezahlt, gibt es ab EUR 5.-. (ur)

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