Downloads bringen kein Geld

Wenn es um Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Online-Musikmarkts geht, sind wir hohe Zahlen gewohnt. Aber wie sieht es denn im Hier und Jetzt aus mit bezahlten Downloads und Musik-Abos? Nicht gut, fand jetzt eine US-Unternehmensberatung heraus.

Nach neuesten Schätzungen der US-amerikanischen Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants wurden im Jahr 2001 mit Online-Musikangeboten gerade mal eine Million Dollar umgesetzt. Und zwar in den USA und Großbritannien zusammen. Basis für diese Schätzung ist eine Umfrage unter 50 Managern von Plattenfirmen, Retailern und Online-Anbietern.

Das einzige, was im Netz stetig wächst, sind demnach die Filesharing-Angebote. Nach Schätzungen der Unternehmensberater wurden im gleichen Zeitraum acht Milliarden Musikdateien über Morpheus, Gnutella & Co. ausgetauscht. Der Trend zu Tauschbörsen soll zudem zu fünf Prozent Umsatzeinbußen geführt haben.

Ob die Zahlen allerdings tatsächlich der Realität entsprechen, darf auch hier wiederum zumindest zaghaft angezweifelt werden - und das gilt nicht nur für die eher schwer zu belegenden Gründe für Umsatzeinbußen. Keine Frage, mit Pay-per-Download-Angeboten hat wohl bisher noch kein einziger Anbieter Geld verdienen können. Auch die Abo-Dienste der großen Plattenfirmen werden 2001 wohl kaum Millionen eingebracht haben - schließlich sind sowohl Pressplay als auch Musicnet erst im Dezember gestartet.

Doch bei all den Big Playern vergisst man oftmals die, die sich am Rand ihre durchaus ertragreiche Nische geschaffen haben. Angeblich soll es Musicmatch mit seinem Abo-Radio recht gut gehen, und Emusic hat neuesten Gerüchten zufolge mittlerweile an die 30 000 Abonnenten gefunden. Allerdings bietet Emusic nur Downloads von Indie-Labels an. Manager großer Plattenfirmen werden darüber gegenüber OC&C kein Wort verloren haben. (jr)

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