Downloadshops im Test

Lieber downloaden als kopiergeschützte CDs kaufen?
Die Zeitschrift c´t hat das aktuelle Angebot von Downloadshops getestet. Neben dem Digital Rights Management wird dabei auch die Soundqualität der Audiofiles kritisiert.

Über Sinn und Unsinn des Digital Rights Management (DRM) bei Musikdateien wird viel diskutiert. Eines macht der Testvergleich in der aktuellen c´t aber auf jeden Fall deutlich: in der Praxis ist das DRM zwar lästig, aber trotzdem noch nicht einmal wirksam. Egal in welchem Dateiformat die betreffenden Files vorliegen: einmal auf CD gebrannt, kann man diese wiederum als MP3 auslesen. So kommt man dann endlich zu dem ungeschützten Dateiformat, das man gerne ohne diesen Umweg für sein Geld erhalten hätte. Und im Gegensatz zu der Vervielfältigung einer kopiergeschützten CD ist dieses Verfahren auch nicht rechtswidrig: "Die aktuellen DRM-Bedingungen schränken den fairen Gebrauch praktisch nicht ein", meint c´t-Redakteur Volker Zota. "Der Käufer hat viel weiter gehende Nutzungsrechte als beim Kauf einer kopiergeschützten CD. Vor allem darf er auch weiterhin Kopien für den privaten Gebrauch machen."

Also lieber MP3 als eine kopiergeschützte CD? Das Format MP3 ist jedenfalls bei Musikfreunden beliebt, erstaunlicherweise aber nicht bei den kommerziellen Downloadanbietern. Der Shop von Finetunes bildet da eine vorbildliche Ausnahme: hier werden ausschließlich ungeschützte MP3 zum Kauf angeboten. Übrigens hat dieser Anbieter wie beispielsweise auch das Portal eMusic gut im Soundcheck abgeschnitten. Anders sieht es da bei den Angeboten von Karstadt, MTV und MSN aus. Alle drei basieren auf dem OD2-System, das teilweise mit einem veralteten Verfahren kodiert: zu lasten der Klangqualität.

Auch mit der dubiosen rechtlichen Situation von ausländischen Downloadanbietern hat sich c´t aus aktuellem Anlass befasst: seit dieser Woche ermittelt die russische Staatsanwaltschaft gegen das Musikportal AllOfMP3. (js)

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