"Drecksband": Frei.Wild mahnt Blog wegen Beleidigung ab

"Dumm, nationalistisch, rechts und so hässlich wie Pur"

Der Fall Böhmermann nimmt gerade erst richtig Fahrt auf, schon folgt der nächste Angriff auf die freie Meinungsäußerung. Die Südtiroler Band "Frei.Wild" lässt einen Blog für einen launigen Kommentar abmahnen. 

Frei.Wild GbR Burger Forer Gargitter Notdurfter Foto: Frei.Wild Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

In einem Beitrag über die diesjährige Echo-Verleihung kam nicht nur der „wichtigste deutsche Musikpreis“, wie die Branche ihre Dauerwerbesendung gerne nennt, schlecht weg. Auch die aufrechten Südtiroler bekamen wiederholt die spitze Feder der Kollegen von ruhrbarone.de zu spüren: „Frei.Wild ist eine Drecksband, darüber müssen wir nicht reden. Dumm, nationalistisch, rechts und so hässlich wie Pur“ stand dort im Artikel vom 8.4. zu lesen. Der Vergleich mit Pur muss die Band so getroffen haben, dass sie dem Blog eine Abmahnung zukommen ließ.

Der betreffende Satz steht dort immer noch, denn die nun von den Anwälten der Band geforderte Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung lehnen die Bochumer Blogger mit der Begründung ab, eine Band, die ihre Gegner als Vollidioten bezeichnet („Land der Vollidioten“, 2009), müsse im Gegenzug mit Meinungsäußerungen wie „Drecksband“ leben können.

Nun steht wohl ein Rechtsstreit ins Haus, den die Ruhrbarone durchaus zu bestreiten gedenken: „Wenn Frei.Wild durchkommen, darf man auch die AfD nicht mehr eine Dreckspartei nennen, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir möchten aber diese Freiheit auch künftig haben“.

Da man sich andererseits aber auch keine Illusionen über die sehr unterschiedliche Finanzlange macht, wurde ein Spendenkonto eingerichtet.  Unter dem Stichwort „Frei.Wild“ kann man sich anhand einer kleinen Prozesskostenbeihilfe an das Konto IBAN: DE85 4245 0040 0071 0137 26 mit den Bloggern solidarisch zeigen, sofern die Band tatsächlich eine Klage einreicht. Das allerdings könnte für sie auch nach hinten los gehen, denn ein Gericht könnte feststellen, dass man die Band ganz offziell so bezeichnen darf, wie die Ruhrbarone das in einem Akt der freien Meinungsäußerung auch getan haben. 

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