DRM oder nicht DRM: das ist hier die Frage

Der offene Brief von Steve Jobs ist Topthema der Woche
Es ist noch immer das Topthema des Tages: der offene Brief von Steve Jobs, in dem er für den Verzicht auf DRM plädiert. Teils heftige und ablehnende Reaktionen hat es seitens der Musikindustrie gegeben. Die Meldungen der letzten Tage, in denen rumort wurde, dass sich die Majorlabels Jobs Plädoyer zu Herzen genommen haben bleiben seitens der Industrie zumeist unkommentiert. Die Zankäpfel DRM und Interoperabilität werden auf jeden Fall wie wild herumgereicht.

Dave Goldberg, Vize-Chef von Yahoo Music hat verlautbart, dass noch dieses Jahr Musikfiles ohne Digital Rights Management über sein Service angeboten werden sollen. Gespräche mit den Major-Labels haben bereits stattgefunden. Goldberg ist sich sicher, dass er mindestens ein Label davon überzeugen kann, diesen Schritt zu wagen. Wenn sich mal ein Major gegen Digital Rights Management entschieden hat, werden auch die anderen automatisch folgen, so Goldberg. In Branchenkreisen gilt der Vize-Chef von Yahoo schon länger als Gegner von Kopierschutztechnologien.

Aber nicht nur Goldberg, sondern auch zahlreiche andere Vertreter der Musikbranche sind für die Abschaffung von DRM. Laut einer Umfrage von Jupiter Research, die sich auf den europäischen Markt bezieht, sind rund 62% der Meinung, dass eine DRM-freie digitale Welt die Akzeptanz von digitalen Downloads erhöhen würde. Hingegen haben 11% die Befürchtung, dass die Abschaffung von DRM die Einkünfte schmälern würde. Jupiter Research zieht auch noch eine andere Schlussfolgerung aus der Umfrage: die Mehrheit der Musikindustrie kann DRM nicht viel abgewinnen etwa weil sich ihre ?Kunden? unzufrieden fühlen, sondern weil sie schlicht und einfach mit Apples Dominanz am Musikmarkt nicht zu recht kommen: Stichwort Interoperabilität. Erst vor kurzem hatte der Warner Music Chef, Edgar Bronfman, gesagt, dass der Verzicht auf DRM derzeit noch keine Option für den Musikkonzern darstellt. Viel eher gehe es ihm um die Forcierung der Interoperabilität, also (kurz gesagt) das alle Musik-Files auf allen Playern abspielbar sind. Um das durchzusetzen, wird die Majorindustrie nicht um Apple herumkommen. Bei Steve Jobs stößt aber diese Variante, wie er auch in seinem offenen Brief klargemacht hat, auf Ablehnung.

Tonspion hat diese Woche Statements von einigen Indielabel-Machern zum Vorstoß des Apple-Chefs eingeholt. Hier sind die Rekationen nachzulesen.

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